Haselnusskreuz

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Haselnusskreuz
(nach Walter Leonhard)[1]

Der Ausdruck Haselnusskreuz (auch Haselnußkreuz, Avellakreuz; lat.: nux avellana; frz: croix coquerellée; engl.: avellane cross oder avellan cross; auch crux avellāna) ist in der Heraldik ein Sammelbegriff, der mehrere, im Detail unterschiedliche Kreuze oder kreuzförmig gestellte Wappenfiguren mit heraldisch-stilisierten Bestandteilen der Pflanzenart HaselnussW-Logo.png umfaßt.

In der älteren Heraldik sind haselnusskreuzförmige Wappenmotive nicht gebräuchlich.

Darstellung

Gert Oswald definiert das Haselnusskreuz, das nicht in der deutschsprachig-, sondern in der englischsprachig-geprägten Wappenkultur gebräuchlich ist, in einer speziellen Ausprägung als

„(..) gemeines Kreuz mit stilisierten, haselnußförmigen Kreuzenden.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]

Der Ausdruck Haselnusskreuz (beziehungsweise Avellakreuz, nach den veredelten großen Haselnüssen, den Avellanen aus der italienischen Region um Avella in der Provinz Avellino, Kampanien) ist jedoch für alle nachstehenden Motive gebräuchlich.

In der jüngeren Zeit wird das Haselnusskreuz teilweise stark ornamentiert oder abweichend von den oben gezeigten Formen dargestellt. Ob die vom gewöhnlichen Haselnusskreuz abweichenden Formen in die deutschsprachig-geprägte Heraldik Einzug halten, ist offen, aber unwahrscheinlich.

Abgrenzung

Glockenblumenkreuz

Glockenblumenkreuz
(nach WBO, Nr. 0389)

Ein sogenanntes Glockenblumenkreuz (frz.: croix alésée, les extrémités en forme de fleurs de campanule; engl: cross each arm terminating in a bell-flower), das in der Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nummer 0389 zu sehen ist, unterscheidet sich nicht signifikant vom Haselnusskreuz beziehungsweise kann sehr leicht mit diesem verwechselt werden. Die WBO gibt kein Wappen als Beispiel an, in dem das Glockenblumenkreuz tatsächlich erscheint und geführt wird. Um Verwechslungen mit dem Haselnußkreuz zu vermeiden, empfiehlt es sich, in einer möglichen Wappenbeschreibung sehr genau auf die speziellen Bestandteile des Glockenblumenkreuzes einzugehen.

Gabelkreuz

Gabelkreuz
(gemäß Siebmacher)

In dem Werk Grundsätze der Wappenkunst wird ein sogenanntes Gabelkreuz aufgelistet, daß sich nicht signifikant vom Haselnusskreuz unterscheidet.

Gabelkreuz (Tafel VI. Figur 39.): ist ein Kreuz mit 4 gabelartigen Enden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, potentielle Unterschiede oder Besonderheiten des Motivs explizit und exakt zu beschreiben, wenn es in einem Wappen geführt wird.

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. Leonhard, Walter: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung, Bechtermünz-Verlag 2003. ISBN 3-8289-0768-7. S. 290.
  2. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 177.
  3. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.