Göpel (Heraldik)

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Göpel
(gemäß WBO, Nr. 813)

Der Göpel oder Göppel (frz.: pairle renversé; engl.: pall reversed) ist in der Heraldik ein Heroldsbild oder eine gemeine Figur und hat die Form eines mit breiten Strichen stark symbolisierten kopfstehenden Ypsilons. Das Gegenstück wird Deichsel genannt.

Als Heroldsbild

Als Arme des Kreuzes laufen diese gabelförmig nach unten. Als Heroldsbild muss es mit allen „Armen“ am Schildrand anstoßen. Es sind mehrere Begriffe bekannt. Diese Form teilt den Schild in drei Felder ein, ein Feld zwischen den kopfstehenden Y-Armen und auf jeder Seite ein Feld. Die Möglichkeit, den Göpel auf den Kopf zu stellen, also Y-Stellung, macht ihn ebenfalls zu einer häufig gebrauchten Schildteilung.

Göpelvarianten und ähnliche Heroldsbilder

Hauptartikel WBO Bemerkung Beispiel
0811 Göppelschnitt, Göpelteilung, „gestürzter Deichselschnitt“;
frz.: tiercé en pairle renversé;
engl.: tierced in pairle reversed oder per graft
Tierced per pall reversed demo.svg
Göpelschnitt mit gespaltener Spitze 0812 frz.: tiercé en pairle renversé avec émanché parti;
engl.: tierced in pairle reversed in base per pale
Muster-Goepelschnitt-mit-gespaltener-Spitze.png
0814 Pfahlgöppel, gestürzte Pfahldeichsel oder ähnlich;
frz.: pal confondu avec pairie-renversé;
engl.: pall reversed with upper arm extended to the base
Muster-Pfahlgoepel.png
0815 Göppelstück;
frz.: gousset renversé;
engl.: gusset reversed
Muster-Goepelstueck.png
Schildhauptgöpel 0819 frz.: chef réuni avec pairle renversé;
engl.: chief and pall reversed conjoined
Muster-Schildhauptgoepel.png

Als gemeine Figur

Göpel als gemeine Figur (freischwebend, ohne die Schildränder zu berühren)

Der Göpel wird in der Regel den gemeinen Figuren zugeordnert, wenn er den Feld-/Schildrand nicht berührt. Im Schild sieht es wie ein kopfstehendes schwebendes Ypsilon aus. Die Breite reicht von Balkenbreite bis zum Faden. Die Schnittkanten können alle Wappenschnitte annehmen, beschränken sich aber gewöhnlich auf den geraden und den Wellenschnitt.

Abgrenzung

Göpel versus Deichsel

Der kopfstehende Göpel in „Y-Stellung“, der in der Literatur manchmal gestürzter oder aufrechter Göpel genannt wird, sollte stets als Deichsel blasoniert [„beschrieben“]) werden; die Deichsel stellt gewissermaßehn die Gegenfigur zum Göpel dar und ist von diesem abzugrenzen.

Hauptartikel WBO Bemerkung Beispiel
0803 „Gestürzter Göpel“; veraltet Gabel genannt;
frz.: pairle;
engl.: pall
POL heraldy - rosochacz.svg
0801 Schrumpft der gestürzte Göpel (=„Deichsel“) auf Linienstärke, teilt er den Schild durch Deichselteilung (auch Gabelschnitt, Dreipassschnitt, Gabelteilung oder ähnlich genannt;
frz.: tiercé en pairle;
engl.: tierced in pairle oder tierced pallwise
Tierced per pall demo.svg
Deichselschnitt mit gespaltener Spitze 0802 frz.: tiercé en pairle avec chaussé-parti;
engl.: tierced in pairle in chief per pale
Andrian-Wappen.png
0804 Zwickel;
frz.: pal confondu avec pairie;
engl.: pall with lower arm extended to the chief
Muster-Pfahldeichsel.png
0805 Wenn beim aufrechtstehenden Göpel die zwischen den gegabelten Armen entstandene Fläche mit der des Stieles gleich ist, wird es zum Gabelstück (Y-Stellung). Alle Teilungen mit diesem Heroldsbild werden mit dem Namen Gabel oder Deichsel verbunden.
frz.: gousset;
engl.: gusset
Muster-Deichselstueck.png

Kirchenspange

Die Kirchenspange ist eine Wappenfigur, die ähnlich wie um den Mittelpunkt zentrierte, kreuzweise gestellter Göpel erscheint.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Kirchenspange

Wappenbilderordnung

  • Der Göpel wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kombination von Schräg- mit senkrechten und waagerechten Teilungen unter der Nr. 0813 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Göpel in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kombinationen unvollständiger Teilungslinien: Göpel und Deichsel


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Göpel_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 28.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.