Eisberg (Heraldik)

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In der Früh-/Blütezeit des Wappenwesens ist eine spezielle Wappenfigur, die eigens zur Darstellung eines Eisbergs verwendet wird, nicht gebräuchlich.
1872: Als „Eisberg“ in der WBO bestimmt; eigentlich „Steinberg“
(im Wappen von Gg. Sebastian Steinberger, in Nürnberg, 1795)
Eisberg

Der Ausdruck Eisberg (auch Eisinsel oder mißverständlich Gletscher genannt; frz.: iceberg; engl.: iceberg) bezeichnet in der neueren Heraldik eine seltene Wappenfigur.

Darstellung

Die Figur Eisberg ist den gleichnamigen, großen, im Meer schwimmendenen Eismassen nachempfunden. Sie erscheint gewöhnlich als eine aus dem unteren Schildrand hervorkommende Eisformation mit unregelmäßigen Zacken und Spitzen, die bis zum Schildhaupt reichen. Deren Darstellung wird manchmal mit wenigen Strichen oder Schraffuren unterstützt. Zu naturalistisch aufgerissene Eisfiguren mit vielen Schraffurstrichen stehen, traditionell genommen, im Widerspruch zur angestrebten heraldischen Stilisierung von Wappenfiguren. Die Anzahl der einzelnen Spitzen/Zacken, wird nicht gemeldet. Sie kann bis zu 12 oder mehr betragen, sollte in jedem Fall deutlich höher liegen als beispielsweise bei der Figur Felsen (die idealerweise als Dreifels dargestellt wird). Eisberge werden in Wappen bevorzugt mit Wasser/Wellen kombiniert. Die Kombination dieser Figuren fügt sich in ihrer Gesamtheit im Wappen oft zu einer Art „Eislandschaftsbild“ zusammen. Besondere Eisberge („Tafeleisberg“, „Eisberg mit Bogen“) sind unter Angabe der außergewöhnlichen Attribute zu melden.

Gewöhnlich ist die Figur Eisberg silber/weiß tingiert. Sie kann im Prinzip in einer anderen heraldischen Farbe erscheinen, ist in diesem Fall aber schlecht oder gar nicht von ähnlichen Figuren (Felsen, Bergen et cetera) zu unterscheiden. Eisberge werden bevorzugt in grönländischen Wappen oder in arktischen bzw. antarktischen Hoheitszeichen dargestellt.

Abgrenzung

Eisbergfiguren sind in Wappen durch die heraldische Stilisierung gewöhnlich nicht von vergleichbaren (natürlichen), silbernen Bergen zu unterscheiden. Die Figur Eisberg muss daher zwingend im Blason bestimmt sein, sonst sind Verwechslungen nicht auszuschließen.

Wappenbilderordnung

Paraheraldik

Eisberge sind auch im Bereich der Paraheraldik, als Logos oder Gebrauchgrafiken gebräuchlich. Zum Beispiel erscheint eine Eisbergfigur in dem tolkinschen Phantasiewappen des „Hauses des Turms aus Schnee“ (Thlim Ith Mindon) oder im Wikisource-Logo.

Weblinks

 Commons: Eisberge im Wappenwesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise