Drudenfuß (Heraldik)

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Wappen Weiler-Rems mit Drudenfuß („Pentagramm“)

Der Drudenfuß (auch als Pentagramm, Alpfuß, Pentalpha, Fünfstern, Alfenfuß oder ähnlich bezeichnet; frz.: pentalpha; engl.: pentagram) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Obwohl die Figur in der Heraldik in der Regel nicht den Kreuzen zugeordnet wird, wird sie auch als Alpkreuz, Alpenkreuz, Albenkreuz, Drudenkreuz oder ähnliches beschrieben.[1]

Darstellung

Wappen der Familie Wiser

Die gemeine Figur Drudenfuß ist dem gleichnamigen Zeichen beziehungsweise einem PentagrammW-Logo.png nachempfunden. Das Aussehen ist ein Stern mit fünf Spitzen, wobei die Spitzen mit je einer Geraden so untereinander verbunden sind, dass der Zeichenzug an derselben Spitze beginnt und endet. Manchmal wird die Figur als geflochtenes Band im Stil eines KnotenmustersW-Logo.png dargestellt.

Bezüglich der Farbdarstellung gibt es keine Beschränkungen, solange die Figur in einer heraldischen Farbe dargestellt wird.

Der Ausdruck Drudenfuß ist in der Heraldik für alle Pentagramme gebräuchlich, unabhängig davon, ob die Figur mit einer Spitze beispielsweise nach oben oder unten gestellt ist. Die genaue Stellung der Figur kann gemeldet werden, wenn dies die Wappenführenden festlegen.

Drudenfuß auf Flaggen und Staatswappen

Der Drudenfuß findet sich in der Flagge und dem Wappen Marokkos sowie Äthiopiens (als „Siegel des Salomo“).

Fünfstrahliger Stern

Die gemeine Figur Drudenfuß wird manchmal irrtümlich als fünfstrahliger Stern beschrieben, sollte aber immer in der Wappenbeschreibung von diesem unterscheiden werden. Im Gegensatz zum Drudenfuß ist die Fläche der gemeinen Figur fünfstrahliger Stern komplett in einer heraldischen Farbe ausgefüllt. Fünstrahlige Sterne finden sich zum Beispiel auf vielen Nationalflaggen (USA, EU und viele weiter Länder), ebenso beim Roten oder Sowjet-Stern und auf den Flaggen vieler islamischer Länder (wegen der Fünf SäulenW-Logo.png hat die Zahl Fünf im Islam eine besondere Bedeutung). Der fünfzackige Stern findet sich auch in der Paraheraldik (im Hoheitszeichen der United States Air Force, als Logo der Texaco und anderer Unternehmen et cetera).

Der Drudenfuß auf Münzen

Die preußische Münzprägung von 1694 zeigt anlässlich des 10. Jahrestages der Vermählung der Kurfürstin Sophie Charlotte den Drudenfuß:

„Eine weibliche Gestalt steht in der Landschaft nach links und hält in der Rechten einen strahlenden Drudenfuß, in der Linken einen Lorbeerzweig. Zu Ihren Füßen ein Feueraltar und der preußische Adler mit Zepter.“

Rolf Schneider (1988)[2]

Symbolik

Drudenfuß als Schutzsymbol an einem Haus in Ahrweiler von 1639

Außerhalb der Heraldik ist der Drudenfuß unter anderem ein altes sternförmiges Schutzzeichen gegen nächtliche Spukgeister, die Druden.

Drudenfuß als satanistisches Symbol

In Eliphas Lévis Dogme et Rituel de la haute magie aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wird das invertierte Pentagramm als Zeichen der Ziege des Sabbaths bezeichnet, wobei die Zacken jeweils für die Hörner, die Ohren und den Bart der Ziege stehen. Darauf bauten zahlreiche spätere Okkultisten auf. Mit einem Ziegenkopf im invertierten, von verzerrten hebräischen Zeichen umringten Pentagramm wurde es unter der Bezeichnung Siegel des Baphomet das Zeichen der 1966 von Anton Szandor LaVey gegründeten Church of Satan. LaVey benutzte das Siegel des Baphomet auch für die Cover der Schallplatte The Satanic Mass (1968) und der Satanischen Bibel (1969). Das Siegel des Baphomet erschien auch auf Schallplatten wie Jamras The Second Coming (1972) und Venoms Welcome to Hell (1982).

Wappenbilderordnung

Drudenfuß und Pentagramm wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Buch- und Schriftwerk. Zahlen und Zeichen aller Art unter der Nr. 9993 aufgenommen.

Siehe auch

Literatur

  1. Vgl. zum Beispiel: Oswald, Gert: Lexikon Heraldik. VEB Bibliographische Institut Leipzig. 1984 und andere
  2. Zitiert und als Münze abgebildet in: Rolf Schneider: Sophie Charlotte, Tochter der Welfen, Mutter der Preußenkönige, Beiträge zur Ausstellung anläßlich ihres 320. Geburtstages, Osnabrück 1988, S. 199

Weblinks

 Commons: Drudenfuß in der Heraldik – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Drudenfuß_(Symbol)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 30.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.