Deutscher Orden

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Dieser Artikel handelt vom religiösen Deutschen Orden; zur höchsten staatlichen Auszeichnung im Dritten Reich siehe Deutscher Orden (Auszeichnung).
Heutige Form des Ordenskreuzes

Der Deutsche Orden, auch Deutschherren- oder Deutschritterorden genannt, ist eine geistliche Ordensgemeinschaft. Neben dem Johanniter- bzw. Malteserorden ist er ein heute noch bestehender Rechtsnachfolger der Ritterorden aus der Zeit der Kreuzzüge.

Die lateinische Bezeichnung lautet Ordo Teutonicus, das Ordenskürzel lautet OT. Der Langname ist Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, lateinisch Ordo fratrum domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum.

Er ging aus einem 1190 im Heiligen Land gegründeten Hospital hervor. Nach der Erhebung zum geistlichen Ritterorden beteiligten sich die Mitglieder der ursprünglich karitativen Gemeinschaft im Verlauf des 13. Jahrhunderts an der deutschen Ostkolonisation. Im Baltikum begründete der Orden einen eigenen Staat, den Deutschordensstaat. Er umfasste am Ende des 14. Jahrhunderts ein Gebiet von rund 200.000 Quadratkilometern.[1]

Durch eine schwere militärische Niederlage gegen die Polnisch-Litauische Union im Sommer 1410 sowie einen langwierigen Krieg gegen die preußischen Stände in der Mitte des 15. Jahrhunderts beschleunigte sich der um 1400 einsetzende Niedergang. Infolge der Säkularisierung des Ordensstaates im Zuge der Reformation im Jahre 1525 und seiner Umwandlung in ein weltliches Herzogtum übte der Orden in Preußen und nach 1561 in Livland keinen nennenswerten Einfluss mehr aus. Er bestand jedoch im Heiligen Römischen Reich mit erheblichem Grundbesitz, vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz fort.

Nach rechtsrheinischen Gebietsverlusten im späten 18. Jahrhundert infolge der Koalitionskriege und einer weiteren Säkularisierung in den Rheinbundstaaten im Jahre 1809 blieben nur noch die Besitzungen im Kaiserreich Österreich. Mit dem Zerfall der Habsburger Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg ging neben dem Verlust erheblicher Besitztümer auch die ritterliche Komponente in der Ordensstruktur verloren. Seit 1929 wird er von Ordenspriestern geleitet und somit nach kanonischem Recht in der Form eines klerikalen Ordens geführt.[2] Der Deutsche Orden widmet sich heute vorwiegend karitativen Aufgaben.

Geschichte

Gründung und Anfänge im Heiligen Land und Europa

Vorgeschichte

König Philipp II. August von Frankreich belagert Akkon (Miniatur aus dem 14. Jahrhundert)

Nachdem der Erste Kreuzzug zur Eroberung Jerusalems geführt hatte, etablierten sich in den vier Kreuzfahrerstaaten Outremers erste ritterliche Ordensgemeinschaften. Ursprünglich dienten sie der medizinischen und logistischen Unterstützung von christlichen Pilgern, welche die biblischen Stätten besuchten. Zu diesen Aufgaben kamen bald Schutz und Geleit der Gläubigen im militärisch immer wieder umkämpften Land hinzu. 1099 bildete sich der französisch dominierte Johanniterorden, nach 1119 der stärker nach militärischen Gesichtspunkten ausgerichtete Templerorden. Infolge der vernichtenden Niederlage der Kreuzfahrer 1187 in der Schlacht bei Hattin ging die Hauptstadt des Königreichs Jerusalem an Saladin, den Begründer der Ayyubiden-Dynastie, verloren. Daraufhin begann 1189 der Dritte Kreuzzug. Von verbliebenen Stützpunkten an der Küste aus versuchten die Kreuzfahrer, Jerusalem zurückzuerobern. Das erste Ziel war die Hafenstadt Akkon.

Gründung vor Akkon

Während der Belagerung von Akkon (1189–1191) herrschten im durch muslimische Truppen weitgehend blockierten Lager der Kreuzfahrer auf der Hochfläche Toron katastrophale hygienische Zustände.[3] Über See angereiste Kreuzfahrer aus Bremen und Lübeck gründeten daher dort ein Feldspital. Einer Legende nach soll das über die Kranken gespannte Segel einer Kogge das erste Spital der Deutschen gewesen sein.[4]

Das bewährte Hospital blieb auch nach der Eroberung Akkons bestehen. Die dort dienenden Brüder nahmen die karitativen Regeln der Johanniter an und nannten die Einrichtung „St. Marien-Hospital der Deutschen zu Jerusalem“ – in Erinnerung an ein Spital, das bis 1187 in Jerusalem bestanden hatte.[5] In der Heiligen Stadt sollte nach dem erwarteten Sieg über die Muslime auch das Haupthaus des Ordens errichtet werden.[6]

Das Spital gewann durch Schenkungen, vor allem von Heinrich von Champagne, an wirtschaftlicher Bedeutung. Zudem erhielt der Orden neue militärische Aufgaben.[7] Kaiser Heinrich VI. erwirkte schließlich am 6. Februar 1191 die offizielle Anerkennung des Hospitals durch Papst Clemens III.

Während des Deutschen Kreuzzugs wurde im März 1198 die Gemeinschaft der einstigen Krankenpfleger auf Betreiben Wolfgers von Erla und Konrads von Querfurt nach dem Vorbild der Templer und Johanniter in den Stand eines Ritterordens erhoben. Erster Hochmeister war Heinrich Walpot von Bassenheim. Nach dem Tod Heinrichs VI. (1197) und dem erfolglosen Ende des in erster Linie vom deutschen Feudaladel getragenen Kreuzzuges sollte ein vom deutschen Adel geprägter Ritterorden über familiäre Beziehungen und Lehensabhängigkeiten als politischer Verbündeter des künftigen Herrschers im Reich dienen. Bis dahin verfügten die um den vakanten Kaiserthron streitenden Machtgruppen der Staufer und Welfen in Outremer über keine ihre Interessen vertretende klerikale Institution. Deutsche Interessen im nationalen Sinn waren allerdings im Heiligen Römischen Reich unbekannt.[8]

Mitgliedsstrukturen und Verbreitung des Ritterordens im Hochmittelalter

Hermann von Salza, der IV. Hochmeister in den Jahren 1210–1239; Spätere historisierende Darstellung aus einer Chronik des 16. Jahrhunderts; Rüstung und Kopfbedeckung des Hochmeisters entsprechen nicht der dargestellten Zeit.
Der Tannhäuser im weißen Mantel der Deutschordensritter;
Miniatur aus dem Codex Manesse um 1300

Die Mitglieder des Ordens waren auf die Gelübde der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams verpflichtet. Stimmrecht im Generalkapitel wurde hingegen nur Ritter- sowie Priesterbrüdern zugebilligt. Wie alle Ritterorden des Mittelalters bestand der Deutsche Orden zunächst aus:

  • Ritterbrüdern: Die militärische Kraft des Ordens; jeder zum Ritter geschlagene Mann konnte in der Anfangszeit mit der Profess unter dem Beistand eines glaubwürdigen Bürgen zum Ordensritter avancieren. Ab dem späten 15. Jahrhundert war die Würde eines Ritters gebürtigen Adligen vorbehalten. Vorher waren Adlige, Stadtbürger, sowie überwiegend Ministeriale anzutreffen.[9] Obwohl die Ritterbrüder oft mit ritterlichen Mönchen assoziiert wurden, galten sie doch faktisch als Laien.[10] Das Institut der Professritter existierte bis 1929.
  • Priesterbrüdern: Den Ordenspriestern oblag die Einhaltung der Liturgie und die Durchführung sakraler Handlungen. Des Weiteren fanden im Verlauf des Mittelalters die Priesterbrüder aufgrund ihrer schriftkundlichen Bildung Verwendung als Chronisten oder Kanzleibeamte der Ordensgebieter. Ihr Wirkungsspektrum blieb auf diese Tätigkeitsfelder beschränkt, aus ihren Reihen stammten jedoch auch die Bischöfe des Ordens.
  • Sariantbrüdern: Es handelte sich um bewährte nichtadelige Laien, die als leichtbewaffnete Kämpfer, Kuriere oder untergeordnete Verwaltungsbeamte dienten. Sariantbrüder gab es nur bis zum Ende des Mittelalters.
  • Dienenden Halbbrüdern (sogenannte Halbkreuzler): Diese Gruppe erledigte untergeordnete Arbeiten in Hof- und Haushaltung, versah aber auch Wachdienste. Der Zweig der dienenden Halbbrüder existierte bis zum Ende des Mittelalters.

Neben militärischen Aufgaben blieben zunächst Krankenpflege und Armenfürsorge wichtige Schwerpunkte der Ordenstätigkeit. Durch Schenkungen und Erbschaften fielen den Ordensrittern beträchtlicher Landbesitz und zahlreiche Hospitäler zu. Letztere wurden von Ordenspriestern und Halbbrüdern weiter betrieben. Die umfassende Spendenbereitschaft[11] des Feudaladels[12] erklärt sich aus dem Weltbild des frühen 13. Jahrhunderts, das „Furcht ums Seelenheil“ sowie eine spirituelle „Endzeitstimmung“ mitprägten. Durch die Stiftungen zugunsten des Ordens versuchte man sich des eigenen Seelenheils zu versichern.[13][14]

1221 gelang es dem Orden durch ein päpstliches Generalprivileg, seine volle Exemtion von der Diözesangewalt der Bischöfe zu erlangen.[15] Die Einkünfte erhöhten sich durch die Gewährung des Rechts zur umfassenden Kollekte auch in nicht dem Orden zugeordneten Pfarreien. Gegen entsprechende Vergütung (Legat) durften zudem mit Bann oder Interdikt belegte Personen in „geweihter Erde“ auf den Friedhöfen der Ordenskirchen beigesetzt werden, was ihnen sonst verwehrt geblieben wäre.[16] Der Orden war kirchlich papstunmittelbar und somit Johannitern und Templern gleichgestellt. Seitens dieser Gemeinschaften wurde der Deutsche Orden mit zunehmender Skepsis betrachtet, nicht zuletzt wegen seiner Erwerbungen.[17] Die Templer beanspruchten den Weißen Mantel für sich und legten 1210 sogar offiziellen Protest bei Papst Innozenz III. ein.[18] Erst 1220 wurde den Deutschordensrittern das Tragen des strittigen Mantels durch Papst Honorius III. endgültig bestätigt.[19] Die Templer blieben indes erbitterte Rivalen des Deutschen Ordens.[19] In Palästina kam es zu einem förmlichen Krieg. 1241 verjagten die Templer die Deutschen Herren aus fast allen Besitzungen und duldeten selbst ihre Geistlichen nicht mehr in den Kirchen.[20]

Bereits am Ende des 12. Jahrhunderts erhielt der Orden erste Besitzungen in Europa. 1197 wurde erstmals ein Hospital des Ordens in Barletta in Süditalien erwähnt.[21] Die erste Niederlassung auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches nördlich der Alpen bildete um 1200 ein Spital in Halle.[22] Auf einem durch Schenkung übereigneten Gelände westlich der Stadt gründeten Ordensbrüder St. Kunigunden. Das Spital benannte sich nach der heilig gesprochenen Kaiserin Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II.. Der verstreute territoriale Besitz wurde bald so umfangreich, dass schon 1218 ein Landkomtur für Deutschland eingesetzt werden musste. In den kommenden Jahrzehnten breitete sich der Orden im gesamten Reichsgebiet aus, begünstigt durch zahlreiche Stiftungen und den Beitritt prominenter und wohlhabender Adliger.

Der Deutsche Orden unterstützte 1228/1229 vorbehaltlos die Kreuzfahrt von Kaiser Friedrich II., an der Hochmeister Hermann von Salza maßgeblich beteiligt war. Dies brachte dem Orden die Lehnsexemtion ein. Dieses wichtige Privileg löste ihn zwar nicht aus dem Lehnsverband des Königreiches Jerusalem, befreite ihn aber von allen Verpflichtungen diesem gegenüber. Dieser Verzicht des Königreichs Jerusalem auf alle königlichen Rechte ist ohne Beispiel. Kaiser Friedrich II., zugleich infolge seiner Hochzeit mit Isabella von Brienne König von Jerusalem, wünschte den Orden an herausragender Stelle in seine imperiale Politik zu integrieren. Die umfassende Privilegierung ist auf das Wirken Hermanns von Salza zurückzuführen, einen der bedeutendsten Berater[23] und Diplomaten[24] des Kaisers. Friedrich gewährte dem Orden noch eine Reihe weiterer Privilegien, so bereits 1226 die Goldene Bulle von Rimini.

Kontingente der Ordensritter unterstützten 1241 die vom Angriff der mongolischen Heere unter Batu Khan betroffenen mitteleuropäischen Herrschaftsgebiete. In der verlorenen Schlacht bei Liegnitz wurde beispielsweise das gesamte zur Verteidigung Schlesiens eingesetzte Aufgebot des Ordens aufgerieben.[25]

Entwicklung in Europa und Palästina bis zum Ende des 13. Jahrhunderts

Der Orden im Heiligen Land

Reste der Deutschordensfestung Toron im Libanon

Im Heiligen Land gelang dem Orden nicht nur der Erwerb eines Anteils am Hafenzoll in Akkon[26], sondern durch Schenkung Ottos von Botenlauben auch der der vormaligen Herrschaft Joscelins III. von Edessa im Umland der Stadt (1220). Zudem erwarb man die Burg Montfort (1220), die Herrschaften Toron (1229) und Schuf (1257) und die Burg Toron Ahmud in der Herrschaft Banyas (1261).

Dennoch zeichnete sich ein Ende der Kreuzfahrerherrschaft im Heiligen Lande ab. Das von Kaiser Friedrich II. 1229 auf friedlichem Wege erworbene Jerusalem fiel 1244 endgültig. Nach dem Sieg der ägyptischen Mamelucken über die bis dahin als unbesiegbar geltenden Mongolenheere des Ilchanats in der Schlacht von Ain Djalut im Jahre 1260 brachten Mamelukenstreitkräfte die Bastionen der Kreuzfahrer immer mehr in Bedrängnis. Die verbliebenen Festungen der Ritterorden wurden in den folgenden Jahrzehnten systematisch erobert. Mit dem Fall von Akkon 1291 zeichnete sich schließlich ein Ende der „Gewappneten Züge zum Grabe (Christi)“ ab. Beim Endkampf zu Akkon nahm ein bedeutendes Kontingent von Deutschordensrittern teil. Geführt wurde es bis zu dessen abruptem Rücktritt vom Hochmeister Burchard von Schwanden, anschließend vom Kriegskomtur Heinrich von Bouland.[27]

Mit dem endgültigen Verlust Akkons endete im Jahr 1291 das militärische Engagement des Deutschen Ordens im Heiligen Land. Anders als bei den multinational ausgerichteten Johannitern und Templern konzentrierte sich die Präsenz des Deutschen Ordens anschließend innerhalb der Grenzen des Reiches sowie in den neuerworbenen Stützpunkten in Preußen. Der Hauptsitz des Hochmeisters befand sich aufgrund der vorübergehend fortbestehenden Hoffnung auf eine Wiedereroberung des Heiligen Landes aber noch bis 1309 in Venedig, einem wichtigen Hafen für die Überfahrt ins Heilige Land.

Die Niederlassungen des Deutschen Ordens in Europa um 1300

Königreich Sizilien und Levante

Im Königreich Sizilien und in der Levante entstanden im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts einige Ordensniederlassungen. Besonders im Königreich Sizilien wurde nach 1222 im Rahmen der Vorbereitungen des Kreuzzuges Friedrichs II. eine Vielzahl kleinerer Ordenshäuser gegründet, deren wichtigste die schon ältere Kommende in Barletta sowie die Häuser zu Palermo und Brindisi waren. Auch in Griechenland, an der Westküste der Peloponnes, bestanden vereinzelte Niederlassungen, die in erster Linie der Versorgung der Pilger auf dem Weg ins Heilige Land und auf dem Rückweg dienten.

Gescheiterte Staatsbildung in Siebenbürgen

Ruine der Deutschordensfestung Marienburg über Feldioara in Rumänien

Hochmeister Hermann von Salza scheint angesichts der zersplitterten Besitzungen schon frühzeitig die Errichtung eines zusammenhängenden, vom Deutschen Orden dominierten Territoriums angestrebt zu haben. Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass er 1211 bereitwillig ein Hilfeersuchen des Königreichs Ungarn annahm, zu einem Zeitpunkt also, da die verfügbaren Ordenskräfte eigentlich zum Zwecke der Befreiung des Grabes in Outremer gebunden waren.[28] Andreas II. von Ungarn bot dem Orden an, durch Kriegsdienste[29] gegen die Kumanen ein Heimatrecht im Burzenland[30] in Siebenbürgen zu erwerben.[28] Wichtige kirchliche Abgaben, darunter das Zehntrecht, gestand der König dem Orden ebenfalls zu.[31] Überdies war ihm gestattet, Münzen zu prägen sowie seine Burgen mit Steinen zu befestigen. Letzteres galt in Ungarn als besonderes Privileg.[32]

Die Beziehungen Ungarns zum Deutschen Orden trübten sich jedoch alsbald nachhaltig ein. Im Land wuchsen antideutsche Ressentiments, was 1213 auch zum Tod von Gertrud von Andechs führte. Die Königin war deutschstämmige Gattin von Andreas II. 1223 erteilte Papst Honorius III. dem Orden in Form einer Bulle ein Exemtionsprivileg, das sich ausdrücklich auf das Burzenland bezog.[33] Seine Umsetzung hätte die letzten legislativen Bindungen Ungarns an das von ihm beanspruchte Territorium de facto aufgehoben. Der ungarische Adel drängte den König daher massiv zum Widerstand gegen den Orden.

Auf Anraten Hermanns von Salza versuchte der Papst 1224, das im Vorjahr verbriefte Privileg administrativ durchzusetzen. Zu diesem Zwecke unterstellte er das Burzenland kurzerhand dem Schutz des Apostolischen Stuhles. Damit sollte der unmittelbar papstunterstellte Deutsche Orden bei der Landnahme und den aufflammenden Feindseligkeiten mit den Ungarn juristisch unterstützt werden. Andreas II. schritt nun militärisch ein. Die zahlenmäßig hoch überlegene ungarische Heeresmacht belagerte und eroberte die wenigen Burgen des Ordens.[33]

Der Versuch des Deutschen Ordens, mit Berufung auf das zugebilligte Heimatrecht und mit aktiver Unterstützung des Papstes ein autonomes Herrschaftsgebiet außerhalb des ungarischen Königreiches aufzubauen, endete 1225 mit der Vertreibung des Ordens und der Vernichtung seiner Burgen.

Die Besitzungen nördlich der Alpen

Die Ordensballeien im Reich

Eine der bedeutendsten vom Orden übernommenen karitativen Einrichtungen war das von der Ländgräfin Elisabeth von Thüringen in Marburg gegründete Hospital. Es wurde nach ihrem Tod im Jahre 1231 durch den Orden weitergeführt und ausgebaut. Mit der Heiligsprechung Elisabeths 1235 erlangten dieses Spital sowie seine Betreiber eine besondere spirituelle Bedeutung.[34] Die sich für den Orden ergebende Reputation stieg noch, als die Heilige im Frühjahr 1236 unter persönlicher Beteiligung des Kaisers Friedrich II. umgebettet wurde.[34]

Ab den zwanziger Jahren des 13. Jahrhunderts wurden die einzelnen Kommenden zu regional gegliederten Balleien zusammengefasst.[35] So entstanden 1222 die Kammerballei Böhmen und Mähren, 1236 die Ballei Thüringen sowie 1237 die Ballei Marburg. Später folgten Lothringen (1246), Koblenz (1256), Franken (1268) und Westfalen (1287). Diese Besitzungen unterstanden wie die Balleien Österreich und Elsass-Burgund dem Deutschmeister. Des Weiteren entwickelte der Orden im Baltikum ein eigenes Staatswesen.

Der Staat des Deutschen Ordens

Konzentration auf Baltikum und Ostkolonisation

Erwerbungen des Deutschen Ordens in Preußen und des 1237 mit ihm vereinigten Schwertbrüderordens in Kurland und Livland bis 1260; bei den schraffierten Gebieten handelt es sich um die umkämpften Territorien in Preußen und Schamaiten

Die Geschichte des Ordens zwischen 1230 und 1525 ist eng mit dem Schicksal des Ordensstaates verknüpft, aus dem später Ostpreußen, Lettland und Estland hervorgingen.

Ein zweiter Versuch des Landerwerbs war erfolgreich in einer Region, die dem statuierten Missionierungsgebot des Ritterordens eine weitreichende Perspektive bot, dem Baltikum. Schon 1224 hatte Kaiser Friedrich II. in Catania die heidnischen Einwohner des Prußenlandes östlich der Weichsel und der Nachbargebiete als Reichsfreie der Kirche und dem Kaiserreich direkt unterstellt. Als päpstlicher Legat für Livland und Preußen bestätigte Wilhelm von Modena diesen Schritt noch im selben Jahr.

1226 rief der polnische Herzog aus dem Geschlecht der Piasten, Konrad I. von Masowien, den Deutschen Orden zu Hilfe in seinem Kampf gegen die Prußen um das Kulmerland. Nach den misslichen Erfahrungen mit Ungarn sicherte sich der Deutsche Orden diesmal juristisch ab. Er ließ sich von Kaiser Friedrich II. mit der Goldenen Bulle von Rimini und von Papst Gregor IX. mit der Bulle von Rieti garantieren, dass nach der Unterwerfung und Missionierung des Baltikums, also der Prußen, das eroberte Land an den Orden fallen sollte. Auf sein Drängen erhielt der Orden zudem die Zusicherung, man werde als Souverän dieses Gebietes nur dem Papst, aber keinem weltlichen Lehnsherrn unterstehen. Konrad I. von Masowien überließ dem Orden nach längerem Zögern 1230 im Vertrag von Kruschwitz „auf ewige Zeit“ das Kulmerland. Der Deutsche Orden betrachtete diesen Vertrag als Instrument zur Schaffung eines selbstständigen Herrschaftsgebietes in Preußen. Sein Wortlaut und seine Echtheit wurden von einigen Historikern in Zweifel gezogen.[36]

1231 überschritt Landmeister Hermann von Balk mit sieben Ordensrittern[37] und ungefähr 700 Mann die Weichsel.[38] Er errichtete noch im selben Jahr im Kulmerland eine erste Burg, Thorn. Von hier aus begann der Deutsche Orden die schrittweise Eroberung des Territoriums nördlich der Weichsel. Die Eroberung ging einher mit zielgerichteter Besiedlung, wobei den vom Orden begründeten Ansiedlungen zumeist das in der Kulmer Handfeste verbriefte Recht verliehen wurde. Unterstützt wurde der Orden in den ersten Jahren von Truppen Konrads von Masowien sowie der anderen polnischen Teilfürsten und von Kreuzfahrerheeren aus dem Reich und vielen Ländern Westeuropas. Papst Gregor IX. gewährte den Teilnehmern am Kriegszug gegen die Prußen die für einen Kreuzzug ins Heilige Land üblichen Satisfaktionen, so eine umfassende Sündenvergebung und weitere Heilsversprechungen.

1234 wurden die verbliebenen Ritter des Ordens der „Brüder von Dobrin(fratribus militiae Christi in Prussia) in den Deutschen Orden eingegliedert.[39] Der Orden war 1228 auf Initiative Konrads zum Schutz des masowischen Kernlands gegründet worden, konnte sich aber militärisch nicht gegen die Prußen durchsetzen.

Der 1202 in Riga gegründete Schwertbrüderorden (Ornat: weißer Mantel mit rotem Kreuz) erlitt 1236 in der Schlacht von Schaulen eine vernichtende Niederlage gegen schamaitische Litauer sowie Semgaller.[40] Daraufhin handelte Hermann von Salza persönlich mit der Kurie die Union von Viterbo aus, als deren Ergebnis Deutscher Orden und Schwertbrüderorden vereinigt wurden.[41] So erwarb man mit den livländischen Kommenden ein zweites Kernland, das sogenannte Meistertum Livland, wo nach dem Muster Preußens das bereits bestehende System von Burgen (sogenannte feste Häuser) ausgebaut wurde.[42]

Die nachhaltige Expansion der Livländischen Union nach Osten endete am Fluss Narva. Nachdem 1240 Pskow vorübergehend besetzt werden konnte[43], kam es zu ständigen Gefechten zwischen Rittern des Livländischen Ordenszweiges sowie Gefolgsleuten der livländischen Bischöfe und russischen Abteilungen. Diese gipfelten im April 1242 in der Schlacht auf dem zugefrorenen Peipussee, deren genauer Verlauf und Umfang unter Historikern umstritten ist.[44] Ein russisches Aufgebot unter Alexander Newski, dem Fürsten von Nowgorod, schlug hier eine größere Heeresabteilung unter Hermann von Buxthoeven, dem Bischof von Dorpat. Im Sommer 1242 wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Er fixierte faktisch für mehr als 150 Jahre die jeweiligen Einflusssphären.

Die Unterwerfung des Siedlungsgebietes der Prußen ging einher mit Christianisierung und deutscher Besiedlung des Landes. Dieses Unterfangen beschäftigte den Orden mehr als 50 Jahre lang und wurde nach schweren Rückschlägen, wie verschiedenen Aufständen der Prußen, erst 1285 abgeschlossen. Die ursprünglich legitimierende Zielsetzung der sogenannten Heidenmission behielt man auch nach der Missionierung Preußens bei.


Strukturelle und ökonomische Rationalität

Der Orden schuf sich ein Herrschaftsgebiet, dessen organisatorische Strukturen und Modernität im Wirtschaftsdenken im Reich bestenfalls von Nürnberg erreicht wurden, und die in vielerlei Hinsicht an die fortgeschrittensten Staatswesen in Oberitalien erinnerten. Er war bereits in seiner nominellen Eigenschaft als Landesherr ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, zog aber darüber hinaus durch seine effizienten, von Wirtschaftsplanung und -rationalität bestimmten Strukturen größeren Gewinn aus dem Land. Er wurde einziges nichtstädtisches Mitglied der Hanse. Als ressourcenreicher Anrainer des durch den Städtebund der Hanse florierenden baltischen Wirtschaftsraumes eröffneten sich damit neue Handelsmöglichkeiten und erweiterte Handlungsräume.

Der Ordensstaat war in wirtschaftlicher und administrativer[45] Hinsicht eines der modernsten und wohlhabendsten Gemeinwesen, vergleicht man ihn mit den Flächenstaaten des Großraums.[46][47] Weitreichende Innovationen in der Landwirtschaft sowie pragmatische Neuerungen im Bereich der handwerklichen Produktion in Verbindung mit effizienter Verwaltung[48] und einer hoch entwickelten Geldwirtschaft kennzeichnen eine gegenüber dem traditionellen Lehnswesen überlegene Organisationsstruktur. Fördernd wirkte hierbei der nach 1282 forcierte Ausbau der verkehrstechnischen Infrastruktur und die Perfektionierung des Nachrichtenwesens.[49]

Litauerkriege und Blütezeit (1303 bis 1410)

Die Besitzungen, Hauptsitze und Erwerbungen des Deutschen Ordens in Preußen und der Livländischen Union bis zum Jahre 1410

Der Hochmeister hatte seinen Hauptsitz in Akkon, bis 1291 dieser letzte Kreuzfahrerstützpunkt verloren ging. Konrad von Feuchtwangen residierte daher in Venedig, traditionell ein wichtiger Hafen für die Einschiffung nach Outremer. 1309 verlegte Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen seinen Sitz in die Marienburg an der Nogat. Preußen war damit zum Zentrum des Ordens geworden. In dieser Zeit wurde der Templerorden durch König Philipp IV. von Frankreich verfolgt, den der willfährige Papst Clemens V. unterstützte. Die Ritterorden standen in der ersten Dekade des 14. Jahrhunderts aufgrund des Verlustes des Heiligen Landes im Mittelpunkt der allgemeinen Kritik. So erschien es ratsam, den Sitz des Hochmeisters in das Zentrum der eigenen territorialen Machtbasis zu verlegen.

Die Inbesitznahme Danzigs und Pommerellens im Jahr 1308 erfolgte durch militärisches Vorgehen gegen polnische Herzogtümer und auf Grundlage des Vertrages von Soldin mit der Markgrafschaft Brandenburg. In Polen wuchsen nicht zuletzt aufgrund dieser Ereignisse Ressentiments gegen den Orden und auch gegen in Polen ansässige Deutsche. 1312 wurde in Krakau der Aufstand des Vogtes Albert niedergeschlagen und die Deutschen vertrieben. Das durch Territorialherrschaften zersplitterte Polen der Piastenzeit konnte in den folgenden Jahren von Władysław I. Ellenlang wieder als Königreich Polen konsolidiert werden. Dabei vertrat besonders Erzbischof Jakub Świnka von Gnesen eine Politik der Abgrenzung gegenüber den Deutschen. Die infolge des Verlustes Pommerellens und Danzigs erwachsenen Konflikte zwischen dem Orden und lokalen polnischen Machthabern sowie einem vorerst politisch schwachen Königtum weiteten sich in der Folge zu einer Dauerfehde aus. Auch der Friedensvertrag von Kalisz, in dem Polen 1343 offiziell auf Pommerellen und Danzig verzichtete, erbrachte langfristig gesehen keine Entspannung zwischen dem Orden und Polen.

Vertrag des Deutschen Ordens mit der dänischen Königin Margarethe I. über die Rückgabe Gotlands

Mit Litauen im Südosten stieg zudem allmählich ein Großfürstentum auf, gegen das der Orden aus ideologischen und territorialen Gründen in einen ständigen Krieg verwickelt wurde. Die Litauerkriege des Deutschen Ordens dauerten von 1303 bis 1410 über ein Jahrhundert an. Da dieses östliche Großfürstentum die Taufe vehement ablehnte, galten die Litauer offiziell als Heiden. Die stete Betonung der Heidenmissionierung kaschierte nur unzureichend die territorialen Interessen des Ordens namentlich in Schamaiten (Niederlitauen). Durch andauernde Unterstützung adliger Preußenfahrer wurde der Krieg durch viele kleinere Feldzüge nach Litauen getragen. Die Großfürsten von Litauen gingen ihrerseits ebenso vor und stießen wiederholt auf preußisches und livländisches Gebiet vor. Ein Höhepunkt der Kriege war die Schlacht bei Rudau im Jahre 1370. Nördlich von Königsberg besiegte ein Heer des Ordens unter Befehl des Hochmeisters Winrich von Kniprode und des Ordensmarschalls eine litauische Streitmacht. Dessen ungeachtet konnte das weit nach Osten ausgedehnte Litauen niemals nachhaltig bezwungen werden. Als Ursache dieses erfolgreichen Widerstandes wird die zahlenmäßige Stärke der Litauer im Vergleich mit anderen vom Orden unterworfenen Ethnien wie den Prußen, Kuren und Esten, sowie deren effektive politische Organisation angesehen.[50]

Hochmeister Winrich von Kniprode führte den Ordensstaat und somit den Orden zu seiner größten Blüte. Eine konsolidierte Wirtschaft und nachhaltige militärische Erfolge gegen Litauen erwiesen sich als Schlüssel zum Erfolg. Dem Orden als Gesamtheit gehörten zum Ende des 14. Jahrhundert um die 3000 Ritter an.[51] Unter Konrad von Jungingen wurde mit der Eroberung von Gotland, dem friedlichen Erwerb der Neumark und Samaitens die größte Ausdehnung des Ordens erreicht. Die Eroberung Gotlands 1398 bezweckte die Zerschlagung der dort lagernden Vitalienbrüder. Das bedeutete die Befreiung von der zur Plage gewordenen Piraterie innerhalb der hansischen Hauptrouten auf der östlichen Ostsee. Der Orden hielt Gotland in der Folge als Faustpfand militärisch besetzt. Erst 1408 gelang ein Ausgleich mit dem ebenfalls am Besitz der Insel interessierten Königreich Dänemark. Margarethe I. von Dänemark zahlte 9000 Nobel, also etwa 63 Kilogramm Gold.[52] Die Einigung kam allerdings unter dem Aspekt der sich abzeichnenden Eskalation des Konfliktes mit dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen zustande.

1386 hatten sich durch die Heirat von Großfürst Jogaila mit Königin Hedwig von Polen die beiden Hauptgegner des Ordens vereint. Anfang August 1409 übersandte der Hochmeister Ulrich von Jungingen seinen Kontrahenten die „Fehdebriefe“, womit er den Krieg erklärte.

Am 15. Juli 1410 schlug eine vereinigte polnisch–litauische Streitmacht das durch preußische Landesaufgebote, Gastritter aus vielen Teilen Westeuropas sowie mit Söldnerabteilungen ergänzte Heer des Ordens in der Schlacht bei Tannenberg vernichtend. Auch der Hochmeister Ulrich von Jungingen fand neben fast allen Ordensgebietern und vielen Ordensrittern den Tod.

Den Kern seiner preußischen Territorien samt der Marienburg konnte der Orden durch den Einsatz des Komturs und späteren Hochmeisters Heinrich von Plauen erhalten und im Ersten Frieden von Thorn von 1411 behaupten. Mit diesem Friedensvertrag sowie dessen Ergänzung im Frieden von Melnosee 1422 endeten auch die über hundert Jahre offensiv ausgetragenen Kriegszüge der bei Tannenberg nachhaltig geschwächten Ordensstreitmacht gegen Litauen sowie gegen die spätere Personalunion Polen-Litauen. Allerdings waren im Frieden von Thorn hohe Kontributionen in Höhe von 100.000 Schock böhmische Groschen[53], unter anderem für die Auslösung von Gefangenen, zu leisten. Die Kontributionen führten zur Einführung einer Sondersteuer, dem sogenannten Schoss, was zu einer bisher unüblich hohen Steuerbelastung der Preußischen Stände beitrug.


Niedergang und Auflösung (1410 bis 1525)

Das nach dem 2. Frieden von Thorn 1466 verbliebene Ordensland Preußen sowie das Meistertum Livland; das Grün dargestellte Ermland hatte neben Danzig faktisch einen souveränen Status inne

Schon gegen Ende des 14. Jahrhunderts zeichnete sich eine für den Orden und seinen Staat destruktive Entwicklung ab. Während das europäische Rittertum im Spätmittelalter verfiel, wurde der „Kampf für das Kreuz“ zunehmend verklärt und stand für ein Ideal, welches in der damaligen Realität kaum noch Bestand hatte.

Der Adel reduzierte die Ritterorden zunehmend zur sicheren Versorgungsbasis nicht erbberechtigter Nachkommen. Entsprechend sank die Motivation der Ritterschaft. Alltägliche Aufgaben in Verwaltung oder Administration des Deutschen Ordens wurden nun als lästige Pflichten wahrgenommen. Zu dieser Sichtweise trug die konservative Liturgie des Ordens bei. Der Tagesablauf in Friedenszeiten war minutiös geregelt. Die Inhalte eines geistlichen Ritterordens mit Missionierungscharakter hatten sich demgegenüber weitgehend überlebt.[54] Zudem wurde dem Orden auf Betreiben des Königs von Polen auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418) eine weitere Missionierungstätigkeit im nun offiziell christlichen Litauen förmlich untersagt.[55]

In der Krise infolge der schweren Niederlage von 1410 weiteten sich die Missstände aus. Interne Streitigkeiten schwächten sowohl den Orden selbst, als auch in der Folge den Ordensstaat. Landsmannschaftliche Gruppen stritten um Einfluss im Orden, der Deutschmeister strebte nach Unabhängigkeit vom Hochmeister.[56] Die Städte Preußens und der im Eidechsenbund zusammengeschlossene Kulmer Landadel forderten aufgrund der hohen Besteuerung Mitbestimmung und schlossen sich 1440 im Preußischen Bund zusammen. Hochmeister Ludwig von Erlichshausen verschärfte durch seine Forderungen an die Stände den Konflikt. Kaiser Friedrich III. stellte sich Ende 1453 auf die Seite des Ordens. Anlässlich der Hochzeit von König Kasimir IV. von Polen mit Elisabeth von Habsburg ging der Preußische Bund Anfang 1454 ein Bündnis mit Polen ein und rebellierte offen gegen die Ordensherrschaft.

Daraufhin brach ein Dreizehnjähriger Krieg aus, der durch Belagerungen und Raubzüge gekennzeichnet war, kaum jedoch durch offene Feldschlachten. Bereits im September 1454 unterlagen die polnischen Truppen in der Schlacht von Konitz und unterstützten den preußischen Aufstand in der Folge nur noch marginal. Schließlich kam es aufgrund allgemeiner Erschöpfung zu einer Pattsituation. Der Orden konnte seine Söldner nicht mehr entlohnen und musste aus diesem Grunde sogar sein Haupthaus, die Marienburg, aufgeben. Die Burg wurde den unbezahlten Söldnern verpfändet, die sie umgehend an den König von Polen verkauften. Letztlich gab so die höhere Finanzkraft der aufständischen Städte, darunter insbesondere Danzigs, den Ausschlag.

Im Zweiten Frieden von Thorn verlor der Orden 1466 nun auch de jure Pommerellen, das Kulmerland und die Marienburg. Er musste für sich als Gesamtheit die polnische Lehnshoheit anerkennen, was fortan allerdings jeder neu ernannte Hochmeister durch Herauszögerung oder gar Nichterbringung des Lehnseides zu vermeiden suchte. Ein großer Teil der preußischen Städte und Gebiete im Westen konnte sich infolge des II. Thorner Kontraktes von der Ordensherrschaft lösen.

Zum Erhalt des territorial geschrumpften Ordensstaates wurden nun Subventionen aus den Balleien des Reiches benötigt, die viele der dortigen Kommenden in eine schwierige finanzielle Lage brachten. Deutschmeister Ulrich von Lentersheim versuchte sich dieser Pflichten zu entbinden, erbat in der Folge eigenmächtig Unterstützung des Kaisers und unterstellte sich zu diesem Zweck 1494 der Lehnshoheit Maximilians I.. Dieses Vorgehen widersprach allerdings den Verträgen von Kujawisch Brest und Thorn mit Polen, was Proteste seitens des preußischen Ordenszweiges und besonders des Königreiches Polen zur Folge hatte.

Wie im Reich breitete sich die Reformation schnell auch im Ordensstaat aus. Auf Rat Martin Luthers entschied sich Hochmeister Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach, den Orden zu säkularisieren und den König von Polen, Sigismund I., als weltlichen Souverän anzuerkennen. Albrecht ersuchte im Vorfeld lange vergeblich im Reich sowie in Dänemark um Unterstützung. Der sogenannte Reiterkrieg[57] mit dem Ziel, Unabhängigkeit vom Polenkönig zu erlangen, blieb ohne Entscheidung. Somit gab Albrecht das Hochmeisteramt auf, um seinem Onkel Sigismund I. einen persönlichen Lehnseid zu leisten. Der Ordensstaat wurde in das weltliche Herzogtum Preußen umgewandelt. Albrecht residierte ab dem 9. Mai 1525 als Herzog Albrecht I. in Königsberg.


Zeit nach der Reformation

Die Reichskammern des Heiligen Römischen Reiches erkannten zwar das weltliche Herzogtum Preußen nicht an, setzten aber bis zum Ende des 17. Jahrhunderts Administratoren für Preußen ein.

Der Ordenszweig im Reich fand sich mit der Umwandlung „seines“ Ordensstaates Preußen in ein weltliches Herzogtum nicht ab. Ein hastig einberufenes Generalkapitel setzte den bisherigen Deutschmeister Walther von Cronberg als neuen Hochmeister ein.[58] Vom Kaiser erhielt er 1527 die Berechtigung, sich Administrator des Hochmeistertums zu nennen und damit den Besitzanspruch auf Preußen aufrechtzuerhalten.[58] Erst 1530 erlaubte ein kaiserliches Dekret Cronberg, sich nun auch Hochmeister zu nennen.[59][58] Aus dieser Bezeichnung entstand später der Kurztitel Hoch- und Deutschmeister. Cronberg wurde gleichzeitig zum Administrator Preußens ausgerufen[60][61] und auf dem kaiserlichen Reichstag zu Augsburg im Jahr 1530 durch Kaiser Karl V. mit dem Preußenland belehnt.

Anschließend verklagte Cronberg seinen ehemaligen Hochmeister, Herzog Albrecht, vor dem Reichskammergericht. Der Prozess endete 1531 mit der Verhängung der kaiserlichen Reichsacht gegen Herzog Albrecht[58][62] sowie der Weisung an Albrecht und den Preußischen Bund, dem Orden die angestammten Rechte in Preußen wieder einzuräumen.[63][64] Trotz aller Maßnahmen des Ordenzweiges im Reich und der kaiserlichen Kammern erhielt Preußen mit Ausnahme des Ermlandes eine lutherische Landeskirche.

1561 wurde Kurland und Semgallen zum weltlichen Herzogtum unter dem ehemaligen Landmeister, Herzog Gotthard von Kettler, während das eigentliche Livland direkt zu Litauen kam und im späteren Staat Polen-Litauen eine Art Kondominium der beiden Staatsteile bildete. Die Herzogtümer Preußen, Livland, Kurland und Semgallen unterstanden nun der polnischen Lehnshoheit.

Das nördliche Estland mit Reval und die Insel Ösel (Saaremaa) unterstellten sich angesichts der russischen Bedrohung und vertreten durch ihre Ritterschaften dänischer bzw. schwedischer Oberhoheit. 1629 kam der größte Teil Livlands durch Eroberungen Gustav II. Adolfs zu Schweden; nur südostliches Livland (Letgallen) um Dünaburg (Daugavpils) blieb polnisch und wurde Woiwodschaft Livland oder „Polnisch Livland“ genannt.

Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges wurde Livland mit Riga und Estland 1721 dem Russischen Reich in Form der sogenannten Ostseegouvernements eingegliedert. Lettgallen kam 1772, Kurland und Semgallen erst 1795 im Zuge der Polnischen Teilungen zum Russischen Reich.


Der Orden im Reich

Nach 1525 beschränkte sich das Wirkungsfeld des Deutschen Ordens auf seine Besitzungen im Deutschen Reich. Seit der Reformation war der Orden trikonfessionell; es existierten katholische, lutherische und reformierte Balleien.[65]

Nach dem Verlust seiner preußischen Besitzungen gelang dem Orden unter Walther von Cronberg eine äußere und innerer Konsolidierung.[58] Auf dem Frankfurter Generalkapitel 1529 wurde die Cronbergsche Konstitution[66] erlassen, das zukünftige Verfassungsgesetz der Adelskorporation. Residenz des Ordensoberhauptes und zugleich Sitz der Zentralbehörden der dem Hochmeister unmittelbar unterstellten Gebiete wurde Mergentheim.

Außerhalb dieser sich den neuen Bedingungen anpassenden Territorialherrschaft entwickelten sich die von den Landkomturen geführten Balleien zu weitgehend selbständigen Gebilden. Einige von ihnen hatten den Rang von Reichsständen und rangierten innerhalb der Matrikel in der Gruppe der Prälaten. Oft gerieten sie in die Abhängigkeit benachbarter Adelsfamilien, die ihre Söhne in den Orden entsandten. In Thüringen, Sachsen, Hessen und Utrecht, wo sich die neue Lehre fest etabliert hatte, gab es auch lutherische und reformierte Ordensbrüder, die sich – dem korporativen Denken des Adels folgend – dem Hochmeister gegenüber loyal verhielten, auch im Zölibat lebten und nur die Gelübdeformel durch einen Eid ersetzten.

Nach 1590 wählte man den Hoch- und Deutschmeister aus führenden Geschlechtern katholischer Territorialstaaten, vor allem aus dem Haus Habsburg. Dies schuf neue familiäre und politische Querverbindungen zum deutschen Hochadel, ließ den Orden aber auch mehr und mehr zu einem Instrument habsburgischer Hausmachtpolitik werden.

Glockenturm der Schlosskirche der barocken Residenz des Landkomturs von Franken in Ellingen

Vor diesem Hintergrund begann im Laufe des 16. Jahrhunderts eine innere Erneuerung des Ordens.[58] Er sah sich gezwungen, seine Position neu zu definieren und die Bestimmungen der Ordensregel den veränderten Verhältnissen anzupassen. Eine katholisch geprägte Reform des Ordens führte zu einer Rückbesinnung auf seine ursprünglich geistliche Verpflichtung. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts hatte das eher auf Exklusivität drängende Standesdenken des Adels die Bedeutung der zumeist nichtadligen Priesterbrüder zurückgedrängt. Im Generalkapitel verfügten sie in der Neuzeit weder über Sitz noch Stimme. Die Seelsorge in den Kommenden lag oft in den Händen von Angehörigen anderer geistlicher Orden. Seitdem Laien mit juristischer Ausbildung in den Kanzleien des Ordens arbeiteten, fiel auch diese Betätigung für Priesterbrüder weg. Infolgedessen war ihre Zahl stark gesunken.

Die Ordensleitung folgte den Forderungen des Konzils von Trient und beschloss, neue Priesterseminare zu stiften. Das geschah 1574 in Köln sowie 1606 in Mergentheim. Gründer des letzteren Seminars war Hochmeister Erzherzog Maximilian von Österreich, auf dessen Initiative auch Tirol katholisch blieb. Externe Ordensniederlassungen in evangelischen Gebieten spielten bei der Seelsorge für durchreisende Katholiken oder für die wenigen dort verbliebenen Altgläubigen eine wichtige Rolle. In einigen Kommenden kam zudem erneut der Gedanke der Hospitalsbruderschaft auf. Der Orden errichtete unter anderem 1568 ein Spital in Sachsenhausen bei Frankfurt am Main.

Schloss der Kommende Ramersdorf bei Bonn

Als wichtigste Aufgabe betrachtete der noch immer vom Adel und dessen Wertvorstellungen geprägte Orden jedoch den kriegerischen Einsatz der Ritterbrüder, die sich seit dem 17. Jahrhundert nach italienischem Vorbild auch Cavalliere nannten. Einer satzungsgerechten Verteidigung des christlichen Glaubens boten die seit dem 16. Jahrhundert eskalierenden Türkenkriege ein umfangreiches Betätigungsfeld.[67] Trotz finanzieller Notlagen leistete der Orden auf diese Weise erhebliche Beiträge für die – im Sprachgebrauch der Zeit so genannte – Verteidigung des Abendlandes gegen das Osmanische Reich. Professritter dienten zumeist als Offiziere in Regimentern von katholischen Reichsfürsten und in der kaiserlichen Armee. Alle tauglichen jungen Ritterbrüder hatten ein sogenanntes exercitium militare abzuleisten.[67] Sie dienten für den Zeitraum von drei Jahren im Offiziersrang in den durch Kriegszüge besonders gefährdeten Grenzfestungen, ehe sie weiterführende Ordensämter übernehmen durften.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann in den Kommenden des Ordens eine rege Bautätigkeit.[68] Schlösser, oft verbunden mit bemerkenswerten Schlosskirchen, und repräsentative Kommendenhäuser wurden errichtet. Solche Bauten entstanden in Ellingen, Nürnberg, Sachsenhausen, Altshausen, Beuggen, Altenbiesen und an vielen anderen Orten. Daneben entstanden zahlreiche neue, reich ausgestattete Dorf- und Stadtkirchen sowie profane Zweckbauten.


Territoriale Verluste und Umstrukturierungen im 19. und 20. Jahrhundert

Südportal der gotischen Leechkirche in Graz

Die Koalitionskriege in Folge der Französischen Revolution während des ausgehenden 18. Jahrhunderts waren Ursache für eine weitere große Krise des Ordens. Mit der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich gingen die Balleien Elsass und Lothringen vollständig, Koblenz und Biesen zu großen Teil verloren. Der Frieden von Pressburg mit Frankreich nach der schweren Niederlage der österreichisch-russischen Koalition bei Austerlitz gegen Napoléon 1805 verfügte, dass die Besitzungen des Deutschen Ordens und das Amt des Hoch- und Deutschmeisters erblich an das Haus Österreich, also Habsburg, übergehen sollten.[69] Das Amt des Hochmeisters und mit ihm der Orden wurden in die Souveränität des Kaiserreichs Österreich integriert. Kaiser Franz I. von Österreich ließ den nominellen Status des Ordens jedoch weiterhin bestehen. Hochmeister war zu diesem Zeitpunkt sein Bruder Anton Viktor von Österreich.

Der nächste Schlag erfolgte mit dem Ausbruch eines neuen kriegerischen Konfliktes im Frühjahr 1809. Am 24. April erklärte Napoléon nach dem Einmarsch der Österreicher in das Königreich Bayern infolge des Fünften Koalitionskrieges den Orden in den Rheinbundstaaten für aufgelöst. Der Ordensbesitz wurde an die Fürsten des Rheinbundes abgetreten. Napoléon bezweckte auf diesem Wege, den Kriegseinsatz seiner Verbündeten im Krieg gegen die Koalition materiell zu entschädigen sowie die Fürsten somit enger an das französische Kaiserreich zu binden. Dem Orden verblieben jetzt nur noch die Besitzungen in Schlesien und Böhmen sowie die Ballei Österreich mit Ausnahme der an die illyrischen Provinzen abgetretenen Kommenden um Krain. Die Ballei An der Etsch in Tirol war an die französischen Vasallen-Königreiche Bayern und das 1805 aus der Cisalpinischen Republik Napoléons 1805 hervorgegangene Königreich in Nordostitalien gefallen.

Zwar fielen infolge der Ergebnisse des Wiener Kongresses 1815 die Balleien Krain und Tirol zu Österreich und somit in den Verfügungsbereich des Ordens; Eine Wiederherstellung der vollen Souveränität des Ordens war aber angesichts der nun unzureichenden Vermögenswerte nicht mehr möglich.

Durch die Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert verlor der Orden seine meisten Gebiete, obwohl er im Reichsdeputationshauptschluss noch als Souverän anerkannt wurde.[70] Aber schon 1805 wurde in Artikel XII des Friedens von Pressburg 1805 festgelegt, dass „Die Würde eines Großmeisters[71] des deutschen Ordens, die Gerechtsame, Domainen und Einkunfte … demjenigen Prinzen des kaiserlichen Hauses, welches Se. Majestät der Kaiser von Deutschland und Oesterreich ernennen wird, in der Person und in gerader männlicher Linie nach dem Erstgeburtsrechte erblich überlassen werden“ sollten. Dieser war damit jedoch ein Teil Österreichs geworden. 1834 verzichtete Franz I. erneut auf alle Rechte aus dem Pressburger Frieden und setzte den Orden wieder in seine alten Rechte und Pflichten ein, der Orden wurde durch Kabinettsorder juristisch zu einem selbstständigen geistlichen Institut deklariert. Es bestanden nur noch die Ballei Österreich, das Meistertum in Böhmen und Mähren und eine kleine Ballei in Bozen.

Nach dem Untergang der Donaumonarchie in der Folge des Ersten Weltkrieges wurde der Orden in den Nachfolgestaaten der Vielvölkermonarchie zunächst als Kaiserlich Habsburger Ehrenorden betrachtet. Deshalb erwogen die verantwortlichen Behörden eine Beschlagnahmung des Ordensvermögens als nominelles Eigentum des Habsburger Kaiserhauses. Aus diesem Grund verzichtete Hochmeister Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen 1923 auf sein Amt. Er ließ den Ordenspriester und Bischof von Brünn Norbert Johann Klein zum Koadjutor wählen und dankte gleichzeitig ab. Diese Zäsur erwies sich als erfolgreich: Bis Ende 1927 erkannten die Nachfolgestaaten der Donaumonarchie den Deutschen Orden als geistlichen Orden an. Der Orden umfasste noch die vier Balleien (später Provinzen genannt) im Königreich Italien, in der Tschechoslowakischen Republik, in der Republik Österreich und im Königreich Jugoslawien.[72]

Am 6. September 1938 erließ die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung ein Dekret zur Auflösung des Deutschen Ordens.[73] Im selben Jahr wurde der Deutsche Orden infolge dieses Dekretes im an das Deutsche Reich als Ostmark angegliederten Österreich aufgelöst. 1939 kam das gleiche Edikt in der vom Deutschen Reich annektierten Rest-Tschechei, dem Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, zur Anwendung.[73] Im italienischen Südtirol gab es bis 1945 ideologisch begründete Übergriffe örtlich ansässiger Faschisten auf Einrichtungen und Mitglieder.[73]

Im Königreich Jugoslawien wurde der Orden in den zwanziger und dreißiger Jahren geduldet. Im Zweiten Weltkrieg dienten seine zumeist im slowenischen Gebiet angesiedelten Besitzungen als Lazarett. Nach 1945 wurden Mitglieder des Deutschen Ordens in der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien nicht zuletzt infolge des Namens aufgrund der Kriegs- und Nachkriegsereignisse verfolgt. Im Zuge der 1947 hier erfolgenden Aufhebung aller geistlichen Orden säkularisierten die jugoslawischen Staatsorgane das Eigentum des Deutschen Ordens und verwiesen seine Mitglieder des Landes.[74]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Österreich 1947 das Aufhebungsdekret von 1938 staatsrechtlich annulliert und das verbliebene Vermögen dem Orden zurückerstattet.[74]

Auch aus der Tschechoslowakei wurden die Angehörigen des Ordens ausgewiesen. In Darmstadt gründeten diese Ordensmitglieder einen Konvent. Für Ordensschwestern wurde 1953 in Passau, im ehemaligen Augustiner Chorherrenstift St. Nikola ein Mutterhaus geschaffen. 1957 erwarb der Orden in Rom ein Haus als Sitz des Generalprokurators, das zugleich als Pilgerhaus dient. 1970 und 1988 wurden die Ordensregeln – auch in Hinblick auf eine bessere Partizipation der weiblichen Mitglieder – modifiziert.[75]


Der Deutsche Orden in der Gegenwart

Heute ist der Deutsche Orden mit dem offiziellen Titel „Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ ein geistlicher Orden. Aktuell hat er etwa 1000 Mitglieder, davon rund 100 Priester, 200 Schwestern und 700 Familiaren.

Die räumlichen Bezirke des Ordens werden als Provinzen bezeichnet. Sie besitzen eigene Provinzialate, welche man als Regionalverwaltungen des Ordens verstehen kann. Diese befinden sich für Deutschland in Weyarn, für Österreich in Wien, für Südtirol/Italien in Lana, für Slowenien in Ljubljana und für Tschechien und die Slowakei in Opava.

Entsprechend seinem ursprünglichen Ideal, „den hilfsbedürftigen Menschen um Christi willen in selbstloser Liebe zu dienen“[76], betätigt sich der Orden heute karitativ und im Bildungsbereich. Schwerpunkte bilden die Bereiche Alten- und Behindertenhilfe sowie die Suchthilfe. Daneben unterhält er Gästehäuser in Wien[77], Rom[78] und Gumpoldskirchen.[79] Darüber hinaus sind Ordenspriester als Pfarrer in verschiedenen Pfarreien eingesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erforschung der ordenseigenen Geschichte.[80] Seit 1966 gibt der Orden – unter staats- und konfessionsübergreifender Mitarbeit von Autoren – die inzwischen 60-bändige Buchreihe Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens heraus.[81]

Seit 1999 kam es in der Deutschordensprovinz Deutschland infolge von Missmanagement zu eklatanten finanziellen Engpässen, in deren Folge die Provinz im November 2000 ihre Zahlungsunfähigkeit erklären musste. Durch die Einsetzung einer neuen Leitung[82] wurde eine Liquidation der Körperschaft des öffentlichen Rechts im Einvernehmen mit den Gläubigern in letzter Instanz abgewendet.[83][84]

Ordensleitung

 
 
 
Hochmeister
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Generalrat
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Generalprokurator
 
Generalsekretär
 
 
Generalökonom
 
Generalassistentin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kommission für Liturgie des Deutschen Ordens
 
 
 
 
Kommission für Eigenrecht im Deutschen Orden
 
 
 

Quelle:[85]

  • Generalrat: Mitglieder sind neben dem Hochmeister der Generalprokurator, vier aus den Provinzen gewählte Generalräte, der Generalsekretär, der Generalökonom, neben der Generalassistentin eine weitere Repräsentantin der Ordensschwestern, sowie ein Sachverständiger aus dem Familiareninstitut. Alle zur Leitung des Ordens wichtigen Angelegenheiten werden vom Hochmeister mit seinem Rat auf turnusmäßigen Generalratssitzungen beraten und entschieden.
  • Der Generalprokurator in Rom vertritt die Angelegenheiten des Deutschen Ordens beim Heiligen Stuhl.
  • Generalsekretär: Administrativer Bevollmächtigter des Hochmeisters im Tagesgeschäft sowie Stellvertreter des Hochmeisters bei Unpässlichkeit.
  • Generalökonom: Verantwortlich für Finanzen und Logistik.
  • Die Generalassistentin vertritt die Schwestern aller Provinzen im Generalrat. Als Vertreterin des Hochmeisters nimmt sie auch an den Konferenzen und Tagungen der Generaloberinnen teil und bespricht die dabei gefassten Beschlüsse mit dem Hochmeister, der die einzelnen Provinzoberinnen davon in Kenntnis setzt. Die Generalassistentin nimmt nicht die Stelle einer Generaloberin im Sinne des Ordensrechts ein.

Ordenspriester und Laienbrüder

Den ersten Zweig des Ordens bilden die Priester[86] (Abkürzung hinter dem Namen: „OT“ für „Ordo Teutonicus“). Sie legen ein feierliches ewiges Gelübde (Profess) ab, sind als Nachfolger der Ordensritter allein zur Leitung des Ordens berechtigt und vornehmlich in der Pfarrseelsorge tätig. Zu diesem Zweig gehören auch Laienbrüder, die ein einfaches ewiges Gelübde ablegen. Die Konvente sind in fünf Provinzen organisiert

An der Spitze steht jeweils ein Provinzial, der den Titel „Prior“ oder „Landkomtur“ führt.

Ordensschwestern

Den zweiten Zweig bildet die Kongregation der Ordensschwestern.[87] Sie legen die einfachen ewigen Gelübde ab. Innerhalb des Ordens regeln sie ihre Angelegenheiten selbständig und widmen sich der Kranken- und Altenpflege. Sie sind in ebenfalls in fünf Provinzen organisiert

  • Deutschland mit Sitz in Passau[88]
  • Österreich mit Sitz in Friesach
  • Italien mit Sitz in Lana
  • Tschechien (Milosrdné sestry Panny Marie Jeruzalémské Province sester) und Slowakei (Milosrdné sestry Panny Márie Jeruzalemskej Provincia sestier) mit Sitz in Opava
  • Slowenien (Sestre Križniškega Reda (SKR)) mit Sitz in Ljutomer.

Familiaren und Ehrenritter

Den dritten Zweig bildet das Institut der Familiaren (Abkürzung hinter dem Namen „FamOT“). Diese legen ein Versprechen (kein Gelübde) auf den Orden ab und regeln innerhalb des Ordens ihre Angelegenheiten ebenfalls selbständig. Bei feierlichen Anlässen tragen sie einen schwarzen Umhang mit dem Wappen des Deutschen Ordens an der linken Seite. Sie gliedern sich in die Balleien

  • Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main und den Komtureien „An Isar, Lech und Donau“, „An der Donau“, „Franken“, „Am Oberrhein“, „An Tauber, Neckar und Bodensee“, „An Rhein und Main“, „An Rhein und Ruhr“, „An Weser und Ems“ und „An Elbe und Ostsee“,
  • Österreich mit der Komturei „An Der Drau“, die Komturei „Am Inn und Hohen Rhein“ gehört seit Februar 2009 zur Ballei An der Etsch und im Gebirge[89]
  • Ad Tiberim (Italien),
  • An der Etsch und im Gebirge (Südtirol),
  • Ballivia in Bohemia, Moravia et Silesia (Tschechien)
  • und die selbständige Komturei „Alden Biesen“ in Belgien.[90]

Bekannte Familiaren sind oder waren beispielsweise Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß oder Edmund Stoiber.

Eine besondere Kategorie innerhalb der Familiaren bildet die Klasse der Ehrenritter, die auf zwölf Mitglieder beschränkt ist.[91] Sie tragen einen weißen Mantel mit dem Ordenswappen sowie das Ritterkreuz des Ordens am Halsband. Bekannte Ehrenritter sind zum Beispiel Otto von Habsburg, Kardinal Christoph Schönborn oder Herzog Carl von Württemberg.[92]


Wappen und Ornat

Mittelalterlicher Wappenschild des Deutschen Ordens

Die Form des Ordenszeichens wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte vom einfachen Balkenkreuz zum schwarzen Tatzenkreuz auf weißem Grund.

Die Kleidung der Mitglieder des Ordens entsprach der jeweiligen Zeit, seit der Gründung des Ordens ist der Weiße Mantel mit dem schwarzen Kreuz auf der rechten Seite (Vom Betrachter aus gesehen) jedoch immer ein Wahrzeichen des Ordens. Neben dem zu feierlichen Anlässen obligaten Mantel gehören zur typischen Ordenskleidung heute für die Geistlichen, die Soutane, Halskreuz und Brustkreuz.

Der Wahlspruch des Ordens lautet: „Helfen, Wehren, Heilen“.

Hauptsitze und Archive des Ordens

Panoramaansicht der Marienburg
Deutschordenshaus in Wien
Das Deutschordensschloss in Bad Mergentheim war von 1526 bis 1809 Sitz des Hoch- und Deutschmeisters

Der ursprüngliche Sitz des Hochmeisters und damit zugleich des Ordens war dessen Spital in Akkon. 1220 erwarb der Orden die Burg Montfort, die nach ihrem Wiederaufbau Sitz des Hochmeisters wurde. 1271 wurde die Burg von den Mamluken erobert, der Hochmeister kehrte nach Akkon zurück. Nach dem Fall Akkons im Jahr 1291 wurde unter dem Hochmeister Konrad von Feuchtwangen zunächst Venedig Hauptsitz, ab 1309 dann unter dem Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen die Marienburg.

Nach deren Verlust wurde 1457 Königsberg Hauptsitz des Ordens. Ab 1530 war zumeist Mergentheim offizieller Amtssitz des Hoch- und Deutschmeisters. Nachdem der Orden durch die Bestimmungen des Friedens von Pressburg seine Souveränität verloren hatte, befand sich die zentrale Residenz des Ordens von 1805 bis 1923 in Wien.

Der damalige Koadjutor und spätere Hochmeister Norbert Johann Klein verlegte 1923 den Sitz nach Freudenthal. Seit 1948 ist der Sitz des Hochmeisters wieder in Wien. Das Deutschordenshaus in Wien, hinter dem Stephansdom gelegen, ist zugleich Sitz des Deutsch-Ordens-Zentralarchivs und der für die Öffentlichkeit zugänglichen Schatzkammer des Deutschen Ordens..[93]

Die vollständig erhaltenen Urkunden des Staatsarchivs Königsberg aus der Zeit des Ordensstaates befinden sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz[94], die Urkunden aus Mergentheim im Staatsarchiv Ludwigsburg.[95] Weitere Akten befinden sich im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen.[96]

Quellenlage und frühe Historiographie

Die Quellenlage zum Orden und der Geschichte der betroffenen Regionen ist aufgrund zweier Tatsachen als gut zu bezeichnen:

  • Da die Gebiete des Ordensstaates im Vergleich zu vielen übrigen deutschen Regionen weniger von Verwüstungen betroffen waren, z. B. im Laufe des Dreißigjährigen Krieges, des Siebenjährigen Krieges oder der napoleonischen Kriege, konnten die meisten Archivbestände die Jahrhunderte relativ unbeschadet überstehen.
  • Die moderne, fortgeschrittene Schriftlichkeit der Verwaltungspraxis des Ordens hat umfangreiche, systematisch zusammengestellte Urkundenbestände, Inventarlisten, Rechnungen und andere Quellen erzeugt, wie sie in mittelalterlicher Zeit in keinem anderen deutschen Land anzutreffen sind. Sehr ausführlich ist auch die Korrespondenz der jeweiligen Hochmeister. Daneben betreffen auch die Aufzeichnungen von Städten, Klöstern, und Domstiften teilweise die Geschichte des Ordens.[97]

Aus der Frühzeit des Ordens bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts existieren fast keine chronikalen Quellen. Umso reichhaltiger ist die urkundliche Überlieferung z. B. von Schenkungen oder der Gewährung von Privilegien durch den Papst. Trotzdem lässt sich die Eroberung des Landes mithilfe zeitgenössischer Zeugnisse fast nicht beschreiben.[98]

Von 1324 bis 1331 schrieb der Priesterbruder Peter von Duisburg das Chronicon Prussiae. Er berichtete von den Anfängen des Ordens in Preußen, dem Kampf gegen die Prußen, von deren Glauben und von ihren Gewohnheiten. Das meiste, was von der Frühzeit des Ordens bekannt ist, beruht auf seinem Werk. Nikolaus von Jeroschin übertrug dieses lateinische Werk später im Auftrag Luthers von Braunschweig in Versform ins Deutsche.[99]

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts zeichneten sich mit dem Humanismus erste Ansätze eines stärkeren Interesses für die Geschichtswissenschaft ab. Seit 1517 schrieb der Dominikaner Simon Grunau seine umfangreiche Preußische Chronik. Da die quellenkritische Methode noch unbekannt war, erfand Grunau kurzerhand Urkunden und spekulierte, wo er nichts Genaueres wusste. Seine Schriften sind von einem negativen Standpunkt gegenüber dem Orden geprägt.[100] Grunau äußerte sich ausführlich über seine Quellen und deren Zugänglichkeit. Er wurde später von anderen Historikern – die ihn allerdings auch als zu sehr im polnischen Sinne schreibend kritisierten – als Quelle verwandt. Caspar Schütz verfasste 1592 im Auftrag Albrechts von Brandenburg die mehrbändige Rerum Prussicarum. Christoph Hartknoch beschrieb 1679 in seinem Geschichtswerk Altes und Neues Preussen sowohl die heidnische als auch die durch den Orden geprägte Zeit. Zwischen 1722 und 1725 erschien die neunbändige Geschichte der preußischen Lande von Gottfried Lengnich.

Johannes Voigt verfasste zwischen 1827 und 1829 eine neunbändige Geschichte Preußens. Seine Darstellung beruhte erstmals auf systematischer Auswertung originaler Quellen, vor allem Urkunden und Akten. Voigts Arbeiten zur Geschichte Preußens waren bahnbrechend und gelten auch heute noch als Standardliteratur.


Neuzeitliche Rezeption


Organisatorische Strukturen des Ordens

Literatur

Zeitgenössische Chroniken

Quelleneditionen

  • Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft; Bände 1–5, Leipzig 1861–1874.
  • Klaus Scholz, Dieter Wojtecki: Peter von Dusburg. Chronik des Preußenlandes. Übersetzung und Erläuterung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, ISBN 3-534-00604-6 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Band XXV).
  • Ēvald Mugurēvičs: Hermanni de Wartberge Chronicon Livoniae.; kommentierte Übersetzung von Chronicon Livoniae. Rīga 2005.
  • Juozas Jurginis: H. Latvis, H. Vartbergė. Livonijos kronikos.; kommentierte Übersetzung von Chronicon Livoniae. Vilnius 1991.
  • P. Pakarklis, E. Gudavičius und A. Nikžentaitis (Hrsg.) Popiežiaus bulės dėl kryžiaus žygių prieš prūsus ir lietuvius XIII a. [Papstbullen bezüglich der Kreuzzüge gegen Pruzzen und Litauer im 13 Jahrhundert] Vilnius 1987.
  • Alois Primisser: Peier Suchenwirl’s Werke aus dem vierzehnten Jahrhunderte: Ein Beytrag zur Zeit- und Sittengeschichte; Wien, 1827

Wissenschaftliche Literatur

  • Udo Arnold: Deutscher Orden 1190-2000. Baunach 2004
  • Reihe Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens. Bisher 60 Bände. Verlag Elwert N. G.
  • Hartmut Boockmann: Der Deutsche Orden. 12 Kapitel aus seiner Geschichte. Beck, München 1999 (1981), ISBN 3-406-38174-X.
  • Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas. Ostpreußen und Westpreußen. Durchgesehene und auf den neuesten Stand gebrachte Sonderausgabe. Siedler, München 2002 (1992), ISBN 3-88680-772-X.
  • Alain Demurger: Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden. Aus dem Französischen von Wolfgang Kaiser. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50282-2.
  • Deutscher Orden (Hrsg.): Das Ordensbuch. Die Regeln und Statuten des Ordens der Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem. 2. Aufl. Verlag des Deutschen Ordens, Wien 2001 (1996), ISBN 88-7073-313-0.
  • Rolf Fuhrmann:Der Deutschorden. Von Akkon bis zum Baltikum. Die Armee 1198-1420. Zeughaus-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-938447-30-7
  • Bruno Gloger: Kaiser, Gott und Teufel. Friedrich II. von Hohenstaufen in Geschichte und Sage. 8. Aufl. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1982 (1970).
  • Wolfgang Kleinknecht, Herbert Krieger: Das Mittelalter. Materialien für den Geschichtsunterricht. 4., neubearb. Aufl. Diesterweg, Frankfurt am Main u. a. 1972 (1960), ISBN 3-425-07332-X (Handbuch des Geschichtsunterrichts. Band 3).
  • Stanislaus J. Klimek: Im Zeichen des Kreuzes. Die anerkannten geistlichen Ritterorden. Diethelm Lütze Verlag, Stuttgart 1986.
  • Erich Maschke: Der Deutsche Ordensstaat. Gestalten seiner großen Meister. Hanseatische Verlags-Anstalt, Hamburg-Wandsbek 1942 (1935).
  • Klaus Militzer: Die Geschichte des Deutschen Ordens Kohlhammer, Stuttgart, 2005, ISBN 978-3170180697
  • A. M. Pankratowa (Red.): Geschichte der UdSSR. Band I. Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau 1947.
  • Hans Prutz: Die Ritterorden. Weltbild-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0287-1 (Nachdruck der Originalausgabe: Die geistlichen Ritterorden. Ihre Stellung zur kirchlichen, politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters. Bechermünz-Verlag, Berlin 1908).
  • Jürgen Sarnowsky: Der Deutsche Orden. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53628-1.
  • Hermann Schreiber: Preußen und Baltikum unter den Kreuzrittern. Die Geschichte des Deutschen Ordens. Katz, Gernsbach 2003, ISBN 3-925825-83-5.
  • Bruno Schumacher: Geschichte Ost- und Westpreußens. 3. Auflage. Holzner, Würzburg 1957.
  • Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden. Weltbild, Augsburg 1995 (1990), ISBN 3-89350-713-2.
  • Marian Tumler: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400. Panorama-Verlag, Wien 1954.
  • Maike Trentin-Meyer für das Deutschordensmuseum – Text von Udo Arnold: Deutscher Orden 1190–2000 – Ein Führer durch das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, Spurbuchverlag, 2004, ISBN 3-88778-212-7
  • Johannes Voigt: Die Zeit von der Unterwerfung der Preußen 1283 bis zu Dieterich von Altenburgs Tod 1341. Bornträger, Königsberg 1880 (Geschichte Preußens, von der ältesten Zeit bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. 4. Band. PDF, 25,9 MB).
  • Ewald Volgger (Hrsg.): Die Regeln des Deutschen Ordens in Geschichte und Gegenwart. Deutschordens-Verlag, Lana 1985.
  • Uwe Ziegler: Kreuz und Schwert. Die Geschichte des Deutschen Ordens. Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-13402-3.
  • Walther Ziesemer: Das große Ämterbuch des Deutschen Ordens. Kafemann, Danzig 1921
  • Walther Ziesemer: Die Literatur des Deutschen Ordens in Preußen. F. Hirt, Breslau 1928
  • Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden. Econ-Verlag, Düsseldorf u. a. 1988, ISBN 3-430-19959-X.

Belletristik

Weblinks

 Commons: Deutscher Orden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Links zur Ordensgeschichte:
Links zum heutigen Deutschen Orden:

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden; Weltbild, Augsburg 1995, S. 134
  2. Franz Kurowski: Der Deutsche Orden – 800 Jahre ritterliche Gemeinschaft, Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg, 1997, Seite 340
  3. Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 28
  4. Nach einer mittelalterlichen Erzählung (Übers. W. Hubatsch, hier zitiert nach: Geschichte in Quellen, Bd. 2, Mittelalter, bearb. W. Lautemann, München 19782, S. 644–45; der Text der „Narratio“ in: Scriptores rerum prussicarum, Bd. 6, hgg. W. Hubatsch, U. Arnold, Frankfurt a. M. 1968, S. 24–34).
  5. Hans Prutz: Die Ritterorden, Zweites Kapitel: Ursprung und Anfänge der geistlichen Ritterorden, S. 63.
  6. Wolfgang Kleinknecht / Herbert Krieger S. 216f.
  7. Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 30
  8. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Der Deutsche Orden und die Staufer; S. 101.
  9. Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas – Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, Seite 91
  10. Entwicklung des Deutschen Ordens – Aufsatz von Prof. Jürgen Sarnowsky.
  11. Die Vorsorge für das Seelenheil in Form eines Ablasses konnte durch Schenkungen an den Orden zur „Verteidigung des Kreuzes“ auch ohne persönliche Beteiligung am „Heidenkampf“ gesichert werden; in: Die Entstehung Europas Kapitel: Vorstoß nach Osten; Verlag Das Beste Stuttgart Zürich Wien; S. 298.
  12. „Weil wir in den Wechselfällen des Lebens in vieler Hinsicht gesündigt haben, bedürfen wir vieler Sühnungen, damit unser Schöpfer uns aufgrund der Vermittlungen vieler Fürsprecher die Fülle seiner Gnade schenkt…“; aus einer Urkunde von 1207 in: Die Entstehung Europas Kapitel: Vorstoß nach Osten, Verlag Das Beste Stuttgart Zürich Wien; S. 298.
  13. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Ritterorden, S. 25.
  14. Bruno Gloger: Kaiser Gott und Teufel; Kapitel I: Das Heilige Römische Reich an der Schwelle des 13. Jahrhunderts; S. 25.
  15. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Der Deutsche Orden und die Prälaten, S. 112 ff.
  16. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Seine Stellung als Kirchenpatron, S. 118.
  17. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Der Deutsche Orden und die Staufer; S. 103.
  18. „Davon zeugt der wiederholt erneute Streit um den den Deutschherren gewährten weißen Mantel, den sie [die Templer] als ausschließlich ihnen zustehend in Anspruch nahmen.“ In: Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Der Deutsche Orden und die Staufer; S. 102
  19. 19,0 19,1 Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Ritterorden, S. 26.
  20. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Der Deutsche Orden und die Staufer, S. 102–103.
  21. Marian Tumler: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400, S. 27.
  22. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Seine zwölf deutschen Balleien, S. 135.
  23. Spezifizierung der beratenden und vermittelnden Rolle Hermanns von Salzas
  24. Spezifizierung der diplomatischen Rolle Hermanns von Salzas
  25. *WELT ONLINE Wissen: Der Mongolensturm. 8. Juli 2007 (Link zur Onlineversion)
  26. Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 59.
  27. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Ritterorden; S. 54.
  28. 28,0 28,1 Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 60.
  29. Unter anderem Betrachtungen zur militärischen Bedeutung der Kreuzburg im Burzenland
  30. „Den Kreuzfahrern vom Spital St. Marien, das einstens zu Jerusalem war, aber bald, so es das Zeitunglück es forderte, zu Akkon gelegen ist, haben mit Rücksicht auf die Nächstenliebe das sogenannte Burzenland, jenseits der Berge gegen die Kumanen, freilich verlassen und unbewohnt, übertragen, es in Frieden zu bewohnen und für immer frei zu besitzen.“ in: Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden, S. 61.
  31. Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 61.
  32. H. Zimmermann, Der Deutsche Ritterorden in Siebenbürgen, in: J. Fleckenstein, M. Hellmann, Hgg.; in Die geistlichen Ritterorden Europas, Sigmaringen 1980, S. 89.
  33. 33,0 33,1 Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 62. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „DZ62“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  34. 34,0 34,1 Hartmut Boockmann: Die Anfänge des Deutschen Ordens in Marburg, in Philipps-Universität Marburg (Hrsg): Sankt Elisabeth: Fürstin – Dienerin – Heilige, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1981, ISBN 3-7995-4035-0, S. 137–151. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „HB_137-151“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  35. Hans Prutz: Die Ritterorden, Viertes Kapitel: Der Deutsche Orden – Seine zwölf deutschen Balleien; S. 135.
  36. Anm.: Während die deutsche Forschung den Vertrag seit der Untersuchung August Seraphims als unbezweifelbar echt ansieht, hielt ihn die polnische Forschung, hier bei dem Historiker Max Perlbach folgend, bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts für eine Fälschung. (Nach Hans-Jürgen Karp: Grenzen in Ostmitteleuropa während des Mittelalters – Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der Grenzlinie aus dem Grenzsaum, Böhlau Verlag, 1972, Seite 31.) Seit den 80er Jahren gilt diese These als widerlegt. (Nach Arno Mentzel-Reuters: Max Perlbach als Geschichtsforscher, In: Preußenland, Band 45, 2007, Seite 47)
  37. Namentliche Nennung nach der Chronik des Nicolaus von Jeroschin in: Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 1, S. 363.
  38. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Ritterorden, S. 68.
  39. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Ritterorden, S. 65.
  40. Beschreibung der Lage in Livland
  41. Hermann von Salza Verhandlungen in Viterbo
  42. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 1, S. 395.
  43. A. M. Pankratowa (Redaktion): Geschichte der UdSSR; Band I; Kapitel 7: „Der Kampf von Nowgorod und Pskow gegen die schwedischen und deutschen Feudalherren“ §23; S. 117.
  44. John France, Western Warfare in the Age of the Crusades 1000–1300; Ithaca, NY: Cornell University Press, 1999.
  45. Auf die Modernität des Ordens speziell am Beispiel der Zentralisierung von Finanzwesen/Finanzverwaltung verweist H. Patze: Der Deutschordensstaat 1226–1466; in: Handbuch der europäischen Geschichte, Band 2, Hrsg. T. Schieder, Stuttgart, 1987, Seite 483–485
  46. „Der Ordensstaat des 14. Jahrhunderts wirkt eigentümlich modern: Inmitten von feudalen Monarchien eine geistliche Republik an der Spitze ein gewählter Hochmeister, umgeben von seinem Kapitel wie ein heutiger Staats- und Regierungschef von seinem Ministerium; das Land in zwanzig Bezirke eingeteilt, … […] Preußen wird im 14. Jahrhundert reich, viel reicher als die anderen deutschen Kolonien, …“; in: Sebastian Haffner: Preußen ohne Legende, Goldmann, 5. Auflage, 1992, Seite 55
  47. „Nur der Deutsche Orden und der Stadtstaat Nürnberg stellten in jener Zeit ‚moderne‘, mit den italienischen Staaten vergleichbare Gebilde dar.“; in: Karl Heinz Quirin und Hermann Heimpel: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte, Westermann, 1964, Seite 101
  48. Hartmut Boockmann: Der deutsche Orden – Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte, Beck, 1981, Seite 190
  49. Jürgen Sarnowsky: Der Deutsche Orden, Beck, München 2007, Seite 77.
  50. Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas – Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, Seite 173
  51. Unter Stichwort „Ritterorden“: im Wörterbuch zur Deutschen Militärgeschichte, Militärverlag der DDR, Band II, 1985, S. 834
  52. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden, S. 133
  53. Ein böhmischer Groschen entspricht 3,7 Gramm Silber; da ein Schock 60 Stücken entspricht, musste der Orden 22,2 Tonnen Silber aufbringen; in: Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 260
  54. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden; S. 125.
  55. Dieter Zimmerling: Der Deutsche Orden; S. 269.
  56. In den Jahren des Niedergangs des Ordens erhob der Deutschmeister Eberhard von Saunheim unter Berufung auf über 100 Jahre alte Statuten des Hochmeisters Werner von Orseln den Anspruch der Autonomie vom Hochmeister sowie sogar auf eine richterliche Erhöhung des Amtes des Deutschmeisters über den Hochmeister. Der Streit zog sich über zehn Jahre von 1439 bis 1449 hin. Diese Statuten des Werner von Orseln erwiesen sich als Fälschung. In: Dieter Zimmerling: Der Deutsche Ritterorden; S. 281
  57. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden; S. 172.
  58. 58,0 58,1 58,2 58,3 58,4 58,5 Wolfgang Sonthofen; Der deutsche Orden, S. 193. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „WS193“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „WS193“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  59. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 6 Qu. 29.
  60. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 6 Qu. 1.
  61. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 6 Qu. 29.
  62. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 38 Qu. 126.
  63. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 6 Qu. 31.
  64. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 38 Qu. 127, JL 425 Bd 38 Qu. 128 und JL 425 Bd 38 Qu. 129.
  65. Wolfgang Sonthofen; Der deutsche Orden, S. 192
  66. Aktenvermerk des Staatsarchivs Ludwigsburg Nr. JL 425 Bd 6 Qu. 25.
  67. 67,0 67,1 Wolfgang Sonthofen; Der deutsche Orden, S. 194.
  68. Wolfgang Sonthofen; Der deutsche Orden, S. 197.
  69. Wortlaut des Friedens von Pressburg; Unter Artikel XII wird der Deutsche Orden behandelt
  70. § 26 Reichsdeputationshauptschluss
  71. Diese Formulierung ist irrtümlich, da der Oberste Gebieter des Ordens seit jeher als Hochmeister bezeichnet wurde
  72. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden, S. 208
  73. 73,0 73,1 73,2 Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden, S. 209 Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „WS209“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  74. 74,0 74,1 Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden, S. 210
  75. Maike Trentin–Meyer für das Deutschordensmuseum – Text von Udo Arnold: Deutscher Orden 1190–2000 – Ein Führer durch das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, Spurbuchverlag, 2004, Seite 95
  76. Der Auftrag des Ordens auf seiner Webseite.
  77. Gästehaus in Wien.
  78. Gästehaus in Rom.
  79. Gästehaus Schloss Gumpoldskirchen.
  80. Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden; Weltbild, Augsburg 1995, Seite 212.
  81. Maike Trentin-Meyer für das Deutschordensmuseum – Text von Udo Arnold: Deutscher Orden 1190–2000 – Ein Führer durch das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, Spurbuchverlag, 2004, Seite 96.
  82. Kommentar im Tagesspiegel: „Deutscher Orden: Kreuzfahrer mit Größenwahn“.
  83. Skandal um den Deutschen Orden.
  84. Der Deutsche Orden-Finanzskandal.
  85. Webpräsenz des Deutschen Ordens
  86. In die Provinzen der Brüder werden auch Oblaten aufgenommen, die nach einem eigenem Statut leben. Diese Statuten wurden 1985 vom Heiligen Stuhl approbiert.
  87. Oblatinnen leben nach eigenem Statut, welches von 2001 vom Heiligen Stuhl approbiert wurde.
  88. Link zum Kloster St. Nicola, dem Mutterhaus der deutschen Ordensschwestern.
  89. deutscher-orden.at
  90. Daneben gibt es noch Familiaren verstreut in anderen Ländern. Die Familiaren Deutschlands bilden den eingetragenen Verein „Deutschherrenbund e. V.“.
  91. Englische Wikipedia: Papal Orders of Chivalry
  92. Homepage des Deutschen Ordens: Ehrenritterinvestitur S.K.H. Carl Herzog von Württemberg in Altshausen
  93. „Die letzten Ritter von Wien“, Der Standard, 17. August 2009
  94. Bestände 09.05.01 Preußen bis 1525.
  95. Bestände B 231 – B 351a im Staatsarchiv Ludwigsburg.
  96. Bestände der Ballei Altenbiesen im Staatsarchiv Nordrhein-Westfalen.
  97. Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas – Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, Seite 21, 26 und 27.
  98. Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas – Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, Seite 21 und 23.
  99. Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas – Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, Seite 23 und 24.
  100. M. Töppen: Geschichte der Preußischen Historiographie, 1853, Seite 148 und 173.


Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Deutscher_Orden“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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