Bergischer Löwe

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Darstellung

Der Bergische Löwe ist das Wappentier des ehemaligen Herzogtums Berg. Heute führen ihn noch viele dort gelegene Gemeinden, Städte und Kreise in ihrem Wappen. Dabei handelt es sich um ein Fabelwesen.

Ursprung

Der Ursprung geht auf die Limburger Linie zurück, an die die Grafenwürde nach dem Tod von Graf Engelbert II. von Berg (auch Erzbischof Engelbert I. von Köln) durch Heirat gefallen war. Zum ersten Mal führte Heinrich IV. von Limburg als Regent über die Grafschaft Berg den limburgischen Löwen in das Wappen ein. Durch seine Eheschließung 1217 mit Irmgard von Berg war er der Schwiegersohn von Adolf III. von Berg († 1218). Er übernahm nach dem gewaltsamen Tod von Graf Engelbert II. im Jahre 1225 die Herrschaft über die Grafschaft, die seiner Frau Irmgard als einziger Erbin Adolfs schon im Jahre 1218 zugestanden hätte, doch hatte Adolfs Bruder Engelbert die Herrschaft übernommen.

Darstellung

Der Bergische Löwe wird meist in rot auf weißem (silbernem) Untergrund dargestellt. Er ist blau gekrönt und doppelschwänzig (ein geteilter und gekreuzter Schwanz) mit blauer ausgeschlagener Zunge. In der Wappenbeschreibung werden Zunge und Krallen als Waffen bezeichnet. Die großen ausgreifenden Pranken werden nicht erwähnt, da diese Stellung die typische ist. Der aufgerichtete Löwe ist als Wappentier eine gemeine Figur im Wappenwesen. Er hat die steigende Standardwappenposition. Auch seine Blickrichtung nach rechts ist in der Heraldik Standard und wird nicht in der Wappenbeschreibung genannt.

Viele Bergische Städte und Gemeinden haben den Bergischen Löwen in ihrem Wappen eingeführt, häufig wird er mit verschiedenen Geräten, wie Schwertern, Ankern, Schlüsseln, landwirtschaftlichen Geräten oder sonstigen Symbolen verziert. In diesem Fall wird die Pranke erwähnt.

Der Bergische Löwe in Düsseldorf

Ein Standbild des Bergischen Löwen aus dem Düsseldorfer Wappen hatte eine wechselvolle Geschichte. Anfang 1916 wurde auf dem Graf-Adolf-Platz ein großes Standbild des Bergischen Löwen von Johannes Knubel als „Kriegswahrzeichen“ errichtet. Das hölzerne Wappentier sollte zur Linderung der Kriegsnot dienen. Hierfür wurden Nägel aus Eisen und Bronze verkauft, die dann an Ort und Stelle in den Leib des Löwen geschlagen wurden, wodurch 800.000 Goldmark zusammenkamen. Aufgrund dessen und der nicht allzu großen Wetterfestigkeit musste der Löwe 1933 abgebrochen werden. Daraufhin wurde von Knubel ein neuer Löwe aus Teakholz geschaffen. Aber auch dieser war dem rheinischen Wetter nicht gewachsen, die Bombenangriffe 1942 des Zweiten Weltkriegs sorgten für das Ende des Standbildes.

Erst 1963, zur 675-Jahr-Feier der Stadt, wurde dann vom Bankhaus C. G. Trinkaus (aus Anlass seines 175-jährigen Bestehens 1960) ein neuer Löwe aus Bronze gestiftet, das vom Bildhauer Philipp Harth geschaffen wurde. Er steht am südlichen Ende des Kö-Grabens an der Königsallee.

Der Bergische Löwe ist außerdem der Namensgeber des Düsseldorfer Löwensenfs.

Siehe auch

Weblinks


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Bergischer_Löwe“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 13. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.